Kultur | 30.05.2011

Nichts für schwache Nerven

Text von Noëmi Bourquin
Woher zum Henker stammt eigentlich dieses hartnäckige, aber unbegründete Gerücht, Kriminalromane seien literarischer Humbug? Diesen Freitag, 3. Juni, überzeugen im Gaskessel Bern vier Krimiautoren an der "Berner Mordnacht" vom Gegenteil. Tink.ch verlost Tickets.

Paul Ott, bekannt unter dem Pseudonym Paul Lascaux, ist selber seit 20 Jahren ein erfolgreicher und oft gelesener Krimiautor. Dieses Mal führt er das Publikum durch den Abend, der sich ganz dem Krimi verschrieben hat. Auf dem Programm der Lesereihe “Berner Mordnacht” stehen drei Autorinnen und ein Autor, die jeweils 20 Minuten Zeit haben, mit ihren Geschichten für Gänsehaut zu sorgen. Zwischen Mord und Totschlag kann sich das Publikum an einem Apéro erfreuen.

 

Zehn Jahre Mordstage

Die Berner Mordsnacht ist Teil der Erfolgsgeschichte “Mordstage”, die Paul Ott 2001 ins Leben gerufen hat. Verfolgt wird damit die Dokumentation der Schweizer Krimiszene, was auch gelungen ist. Denn gemäss Ott “weist keine andere Schweizer Literaturgattung einen derart kompakten und umfangreichen Überblick über ihr Schaffen aus”. Waren die Anfänge der Mordstage noch bescheiden, entwickelte sich das Festival immer mehr zu einem Spektakel und breitete sich nicht nur national, sondern gar international aus. Treu blieb stets die Ausgabe der Anthologien, eine Sammlung von Kurzgeschichten, wie auch in diesem Jubiläumsjahr: “Zürich, Ausfahrt Mord” (2011, Gmeiner-Verlag Gmbh).

 

Jeder Autor, jede Autorin eine Geschichte für sich

Selten ist ein Autor Schreiber von Beruf. Meistens ist dies das Ergebnis einer Entwicklung. Daher beginnt die Spannung bereits bei der Lebensgeschichte eines jeden Autors. So auch bei Sam Jaun und Eva Maria Hux, von denen je eine Kurzgeschichte in der Anthologie “Zürich, Ausfahrt Mord” erschienen ist, und die auch an der Berner Mordnacht im Gaskessel Bern anzutreffen sein werden. Sam Jaun, gebürtiger Emmentaler, pendelt heute zwischen Bern und Berlin und arbeitet als Übersetzer und Schriftsteller. 1987 gewann er mit seinem Roman “Die Brandnacht” den ersten Friedrich-Glauser-Preis, der je vergeben wurde, und erhielt 2001 den Deutschen Krimipreis für seinen Kriminalroman “Fliegender Sommer”.

 

Die Vielfältigkeit von Eva Maria Hux aus Frauenfeld, zeichnet sich einerseits durch ihr Talent als Konzertcellistin und Kammermusikerin aus, auf der anderen Seite arbeitet sie als Cultural Officer an der Schweizerischen Botschaft in Stockholm, ihrem heutigen zu Hause. Mit ihrem Kurzkrimi “Mord nach Noten” gelang ihr ein schriftstellerischer Schwenker in die Welt der Kriminologie. An der Berner Mordnacht gibt sie dem Publikum nicht nur eine Kostprobe ihrer literarischen Künste, sondern auch ein Ohr voll Musik.

 

Gelernte Buchhändlerin, Englischlehrerin und Weltenbummlerin sind nur ein paar wenige Schlagwörter, welche auf Susy Schmid zutreffen. 1999 erschien ihr erstes  Buch “Die Bergwanderung und andere Grausamkeiten”. Andere Texte wurden unter anderem in der “Annabelle” sowie im “Bund” veröffentlicht. An den Burgdorfer Krimitagen gewann sie 1994 den Kurzkrimiwettbewerb.

 

Nicht Miss Marple, sondern Tatjana Kruse aus Deutschland rundet den Abend ab. Schon früh durch Agatha Christie inspiriert, begann sie ihr Schaffen als Kriminalautorin und gewann gleich mit ihrem ersten Kurzkrimi “Cool-Man schlägt zu” einen Preis. Sie erhielt etliche weitere Auszeichnungen, wie zum Beispiel die Ernennung zur Krimistadtschreiberin von Flensburg.

 

 

Wettbewerb


Berner Mordnacht diesen Freitag, 3. Juni 2011 im Gaskessel Bern

Es lesen Sam Jaun, Eva Maria Hux, Tatjana Kruse, Susy Schmid

Moderation: Paul Ott

 

Tink.ch verlost zwei Tickets!

Teilnahme: E-Mail mit Kontaktdaten bis am Donnerstag, 2. Juni an celine.graf@tink.ch