Kultur | 02.05.2011

Mutig, taff und rücksichtslos

Text von Diana Berdnik | Bilder von Pascal Gähler
Eine neue Schülerin wirbelt ihre Klasse auf. Keiner versteht sie, kaum einer mag sie und doch fehlt Laura jetzt plötzlich. "Laura fehlt", ein ausdrucksstarkes Stück, in dem die Jugendlichen des Momoll Theaters auf eine imposante Art zeigen, welche Lücke ein verstorbener Mensch hinterlässt.
Als Laura noch da war, konnte sie kaum jemand leiden. Jetzt, da sie weg ist, fehlt sie irgendwie doch.
Bild: Pascal Gähler

Geschrieben wurde das Stück von der gebürtigen St. Gallerin Pamela Dürr. Nun spielt es die junge Theatergruppe noch bis zum 14. Mai in der Lokremise Wil. Zur Premiere am Freitagabend erschienen rund 70 Gäste. Mit ausdrucksstarken Gesten in einer eher rustikalen Kulisse präsentierten die Theaterfreunde eine Story, wie sie das Leben schreibt. Gespickt mit musikalischen Einlagen überzeugte die Aufführung in jeglicher Hinsicht.

 

Ein Rätsel, eine Lücke

Die neue Schülerin Laura mischt ihre Klasse auf. Mit aufmüpfigen Kommentaren provoziert sie ihre Lehrpersonen, beschimpft die Klassenkameraden mit fiesen Sprüchen und bringt alles durcheinander. Laura hat keine Angst, Laura ist taff und nimmt kein Blatt vor den Mund. Keiner kennt sie richtig, nicht einmal ihre beste Freundin. Sie ist unberechenbar und hat doch etwas Faszinierendes an sich. Sie macht sich unglaublich viele Gedanken, scheitert jedoch immer an deren Beantwortung und rastet schlussendlich aus. Für ihre Mitschüler ein unerträglicher Charakter. Auf der Rückfahrt von der Abschlussreise in Prag stürzt Laura in ihrer Übermut ganz unverhofft vom Zug. Laura ist tot und hinterlässt eine Lücke, obwohl noch vor kurzem viele auf ihr Dasein verzichtet hätten. Ihr kleiner Bruder macht sich nun auf die Suche nach dem Geheimnis seiner Schwester. Er will wissen, wie sie in den Augen anderer Personen wahrgenommen wurde.

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