Kultur | 16.05.2011

Lasst die Jugend Jugend sein

Text von Pascal Spycher | Bilder von Tine Edel
Die erste Liebe, die Sehnsucht auszuwandern und in einem anderen Land zu leben. Themen, die die Jugend beschäftigen. "Hin und weg", das 50-minütige Stück des Jugendtheaterclubs beat gibt einen sehr realitätsnahen Einblick in den Alltag der Teenager.
Der Jugendtheaterclub beat hat ein halbes Jahr am eigenen Stück gefeilt und geprobt. Kann Leonie zu Dave halten?
Bild: Tine Edel

Auf einer Party lernt Leonie den arbeitslosen, aber sehr attraktiven Dave kennen, der den gleichen Musikgeschmack hat wie sie. Nach einiger Zeit werden sie ein Paar und planen gemeinsam ihre Zukunft in einem schönen Haus, in einem fremden Land. Sie nehmen sich vor, eines Tages alles liegen zu lassen, die Koffer zu packen, aufzubrechen und so gemeinsam in die ungewisse Zukunft zu gehen. Bei einem gemeinsamen Mittagessen mit Dave zusammen bei Leonies Eltern erfahren diese, dass er arbeitslos ist.

 

Daraufhin versucht ihr Vater Leonie vergebens davon zu überzeugen, dass Dave nicht der richtige Mann für ihr Leben ist. Seit Leonie mit Dave zusammen ist, fühlen sich Leonies Freunde von ihr im Stich gelassen, und für ihre Eltern scheint sie unerreichbar zu sein. Leonie ist hin und her gerissen zwischen ihren Freunden, Dave und den Eltern. Alle wollen nur das beste für sie und stellen ihr Fragen, die ihr einen wirren Kopf machen. Eines Tages beschliesst sie, allem den Rücken zu kehren und verschwindet. Ihre Freunde, die sie vermissen, suchen nach ihr und finden sie schlussendlich.

 

Sehr nahe am Leben

Unter der Leitung von Mario Franchi (Theaterpädagoge) und Dina Dengler (Schauspielerin) lernten die neun Jugendlichen einige Grundlagen des Schauspiels. Seit Dezember probten sie regelmässig an ihrem selbst erarbeiteten Theaterstück. Viele Handlungen und Charaktere sind aus eigenen Erfahrungen und Begegnungen ihres Lebens entstanden. Mit dem Theaterstück wollen sie vermitteln, dass man die Jugend Jugend sein lassen soll. Auch im Mittelpunkt stehen die positiven und negativen Aspekte des Verliebtseins. Die Freude am Theater, oder die Freiheit auf der Bühne, brachte die Schauspieler dazu, bei dieser Produktion im Jugendtheaterclub mitzuwirken. Das Stück ist aus dem Leben gegriffen, abwechslungsreich und durchsichtig gestaltet. Die üblichen Probleme zwischen Eltern und Teenagern oder auch unter den Teenagern selbst sind sehr gut nachvollziehbar und auch amüsant umgesetzt. Die Atmosphäre im Studio des Theaters St. Gallen ist sehr angenehm und einladend.

 

Am Mittwoch 18. Mai und am Freitag 20. Mai finden die letzten zwei Aufführungen im Stadttheater St. Gallen statt.

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