Gesellschaft | 24.05.2011

Für Rechte kämpfen

Am 24. und 25. Mai findet, am wunderschönen Ufer des Vierwaldstättersees, das 8. Internationale Forum für Menschenrechte, kurz IHRF statt. Migrantinnen und Migranten stehen ganz im Zentrum der diesjährigen Diskussionen.
Peter G. Kirchschläger leitet das Forum gemeinsam mit seinem Bruder.
Bild: Manuel Lopez

Die Menschenrechte sind ein, wie während der gesamten Begrüssung mehrmals wiederholt wurde, hochbrisantes Thema unserer Zeit. Während an den Küsten von Italien Menschen mit Booten zu Tausenden ankommen, diskutiert man in Luzern, wie die Rechte dieser Migranten gewahrt werden können. Deswegen liegt der Hauptfokus in diesem Jahr auf der Migration.

 

Rechte auf Papier

Eigentlich wäre ja alles ganz einfach, denn es gibt Regeln: von den UNO-Menschenrechtskonventionen, über Kinderrechte, bis hin zur schweizerischen Bundesverfassung und zum Asyl- und Ausländergesetz. Doch ist die Rechtslage nicht optimal. Auch in persönlicher Hinsicht und unter philosophischen Aspekten regt das Thema zur Diskussion an. Am IHRF kommen beide Aspekte zur Sprache, da die Leiter des Forums, die Brüder Kirchschläger, als Philosoph und als Jurist arbeiten.

 

Auflehnen

Peter G. Kirchschläger gibt seinen persönlichen Gefühlen mit einem bekannten, aufwühlenden Zitat des KZ-Überlebenden Stephane Hessel Ausdruck: “Schaut euch um, dann werdet ihr die Themen finden, die eure Empörung rechtfertigen – die Behandlung der Immigranten, der Illegalen, der Sinti und Roma. Ihr werdet auf Situationen stossen, die euch drängen, euch gemeinsam mit anderen zu engagieren. Wenn ihr sucht, werdet ihr finden.” Wichtig scheint ihm auch zu sein, dass der Dialog nicht auf das Forum beschränkt wird. Im Gegenteil, man könne nur konstruktive Ergebnisse erreichen, wenn alle einbezogen würden, vom Asylbewerber über den Bürger bis zum Staat.

 

Politik der Angst

Organisiert wird das Forum, wie schon in den vergangenen acht Jahren, von einem Team von Studenten. Deren Leiter Lukas Tobler äussert sich kritisch zur Angstpolitik, welche in Europa zurzeit ein allgegenwärtiges Phänomen sei. Auch die Ansichten gewisser politischer Stimmen würden seiner Meinung nach den Nerv der Bevölkerung treffen, Vorurteile prägten die Diskussion. Das Menschenrechtsforum soll dieser Entwicklung Gegensteuer geben, davon ist Lukas Tobler überzeugt. Dass nicht alle auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind, zeigt sich zum Beispiel mit der Vergabe des Konzerterlöses an die Médecins sans Frontieres.

Letztendlich gilt, wie der Luzerner Stadtpräsident gesagt hat: Wer schweigt, der billigt!