Politik | 09.05.2011

Europa herausfordern

Text von Eva Hirschi | Bilder von Eva Hirschi
«Challenge Europe" - Europa herausfordern, so lautet der provozierende Name des Projekts. Jugendliche setzen im August und September in Seminaren mit dem Thema schweizerische EU-Politik auseinander. Von staubtrockener Theorie jedoch keine Rede: Bis ins Europaparlament nach Brüssel geht die Reise.
Der Beziehung Schweiz-EU wird bei Challenge Europe in Brüssel... ...und in der Schweiz nachgegangen.
Bild: Eva Hirschi

“In Brüssel wurde beschlossen”, heisst es in den Medien. Doch was geschieht denn überhaupt in Brüssel, dem Hauptsitz der Europäischen Union (EU)? Wer beschliesst was? Neugierige Jugendliche, die sich für das Thema Schweiz und EU interessieren, können im Rahmen des Projektes Challenge Europe in die sogenannte Hauptstadt Europas zu reisen und sich genauer mit der schweizerischen EU-Politik befassen. Die Jugendorganisation “Young European Swiss” (YES) bietet dieses Projekt im August zum vierten Mal an.

 

“Jugendliche haben so die Möglichkeit, sich durch Vorträge, Workshops und Diskutieren mit Politikern, Experten und natürlich anderen interessierten Jugendlichen weiterzubilden und sich eine Meinung fernab von Emotionen und Ideologien zu bilden”, sagt Cyril Lilienfeld, 27-jährig, Vorstandsmitglied der YES und Organisator der diesjährigen Reise. “Wir wollen mit dem Projekt junge Leute sensibilisieren und ihnen aufzeigen, dass sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und etwas verändern können”, so Sabrina Würmli, 22 Jahre alt und General Sekretärin der YES.

 

Blick hinter die Kulissen

In drei regionalen Seminaren sowie in einem gemeinsamen nationalen Seminar befassen sich die Teilnehmer mit der Beziehung Schweiz-EU. Im September folgt dann der Höhepunkt des Projektes: die fünftägige Reise nach Brüssel. Dort haben die Teilnehmer die Gelegenheit, ihr neu gewonnenes Wissen anzuwenden und einen Blick “hinter die Kulissen” der EU zu werfen. Die Reise beinhaltet Treffen mit verschiedenen Akteuren der EU-Politik wie EU-Parlamentariern, Vertretern von NGOs und dem Schweizer Botschafter in Brüssel. Auch dem Europäischen Parlament sowie der Schweizer Mission wird ein Besuch abgestattet. Zudem stehe genügend Freizeit zur Verfügung, um “Brüssel by night zu erkunden und die berühmten belgischen Biere zu testen”, so die jungen Organisatoren.

 

Projekt mit Nachhaltigkeit

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erarbeiten einen parlamentarischen Vorstoss, welchen sie dann an einem späteren Treffen einem Schweizer Parlamentarier übergeben. So wurde der letztjährige Vorstoss durch Alec von Graffenried, Nationalrat der Grünen, in Form eines Postulats im Parlament eingereicht. Darin wird der Bundesrat, dazu aufgefordert, die Informationspolitik zur Beziehung Schweiz-EU zu überprüfen.

 

Das Echo der Teilnehmer ist durchaus positiv. Für mich war es eine einmalige Erfahrung, wichtigen Vertretern aus der Diplomatie und der EU zu begegnen und ihnen unsere Fragen stellen zu können. Auch die Organisatoren blicken zufrieden auf das letztjährige Challenge Europe zurück: “Das Projekt konnte bei den meisten einen nachhaltigen Effekt erzielen, einerseits weil die Teilnehmer durch die Vorbereitungsseminare im kleinen Rahmen in der Schweiz und die Arbeit in kleinen Gruppen zum Mitdiskutieren angeregt werden, und andererseits, weil aus diesem Projekt Freundschaften entstehen”, sagt YES-Generalsekretärin Sabrina Würmli. Sie und ihr Team sind bereits mitten in der Planung des Challenge Europe 2011.

 

Info


Das Projekt Challenge Europe der “Young European Swiss” (YES) richtet sich an Jugendliche zwischen 18 und 29 Jahren. Nach den drei regionalen Seminaren im August in Fribourg, Genf oder Zürich treffen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 27. August zum Nationalseminar in Bern. Die fünftägige Reise nach Brüssel findet vom 4. bis 10. September statt und kostet 390.- (Übernachtung, Reise und Mahlzeiten inbegriffen). Die maximale Teilnehmerzahl ist auf 30 beschränkt, anmelden kann man sich bis am 17. Juli 2011.

 

Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular findest du unter www.challenge-europe.ch.