Kultur | 10.05.2011

Düsterer Sound mit Licht am Horizont

Dunkler Grunge-Rock-~n-~Roll beherrschte vergangenen Donnerstag St. Gallen. Hugo Race & The Fatalists brachten die Grabenhalle zum Beben. Die Band um das Ex-Mitglied von Nick Cave & The Bad Seeds gab düstere Liedtexte zum besten.
Eine Stimme, Gitarren, ein Schlagzeug. Was braucht es mehr?
Bild: Christine Albrecht

Wer die Autorin dieses Textes kennt, weiss: Sie mag keine Automatenmusik und kein Computergedudel, sondern richtige und ehrliche Musik von Musikern, die mehr können als mit Hilfe von Computern ein paar Beats zu erzeugen. Und es gibt sie noch. Die Musiker, die mit Gitarre auf der Bühne stehen statt Computer, die mit Musik statt mit Lichtshow überzeugen. Es reichen ein Mikrophon, ein Schlagzeug und ein paar Gitarren für ein wirklich gutes Konzert.

 

Hugo Race & The Fatalists liessen mit viel E-Gitarre eine melancholische Düsterwolke über der Grabenhalle aufsteigen. Dass das nicht zwangsläufg etwas Schlechtes sein muss, bewies die Band gleich selbst. Denn die Musik, die sie spielten war keine Aufzugsmusik, die man so schnell vergisst wie den Namen des neuen Superstars, sondern Musik, die hängen bleibt, wenn auch vielleicht nicht auf die angenehmste Art und Weise. Schlussendlich jedoch musizierte die Italo-Australische Band nicht ohne Hoffnung auf Licht am Ende des Tunnels zu lassen. Und obwohl ein scheinbar ungeschriebenes Gesetz den Dresscode schwarz für den Abend vorgab, kleidete sich der Mann dieses Abends in einem violetten Anzug.

 

Der Mann mit dem violetten Anzug, Hugo Race, erzählt mit einer Stimme, mit der er Tom Waits Konkurrenz machen könnte, wunderschöne und schwermütige Geschichten. Wer sonst könnte Sätzen wie „If I had a feather in my featherbed“ oder „Will you wake up before you hit the ground“ mehr Erotik einhauchen? Seine Italienische Band The Fatalists untermalt dies mit ebenso düsterem, aber mitreissendem Grunge. Überhaupt überzeugen Hugo Race & The Fatalists durch ihre Leidenschaft und ihr Herzblut, dass man als Zuhörer einfach nicht anders kann, als dem Erzählten zuzuhören. Ein Konzert also, an dem auch Nicht-Lederjackenträger und Nicht-Melancholiker Gefallen finden können.