Kultur | 03.05.2011

Akustische Offenbarung

Text von Mathias Schaub | Bilder von Mathias Schaub
Zuckersüsse Melodien, eine Stimme zum Dahinschmelzen und dies verpackt in einem 60-er Jahre psychedelischen Schleier. Damit ist keine Boygroup gemeint, sondern Portugal. The Man liessen im April im Mascotte den Geist der Beatles aufleben.
Verzauberten das Mascotte.
Bild: Mathias Schaub

Portugal The Man, schon lange nicht mehr hat mich eine Band so fest in ihren Bann gezogen wie die Band aus Alaska mit ihrem seltsamen Bandnamen. Auf konstant hohem Niveau veröffentlichten sie seit 2006 vier komplette Studioalben und zahlreiche EPs. Ein fünftes ist bereits wieder in Produktion und wartet im Sommer auf seine Veröffentlichung. Die vier Jungs schmeissen so ziemlich alles was die Musikindustrie der letzten 50 Jahre zu bieten hatte durch den Fleischwolf und raus kommt ein eigenständiger Sound der vor allem von John Gourleys hohem Gesang geprägt ist.

Vorband enttäuschend

Bereits um 19.30 stand die Vorband «Plants and Animals« auf der Bühne. Auf CD gefiel mir die Band sehr gut, live vermochten sie jedoch noch nicht ganz ihre Qualitäten auszuspielen. Dies lag vor allem an der etwas flachen Stimme des Sängers. Man müsste ihm vielleicht ein Effektgerät zu Weihnachten schenken. Vielleicht mussten sie auch deshalb bereits nach einer halben Stunde die Bühne freigeben.

Portugal The Man startete fulminant mit einem wilden psychedelischen Jam. Anders als auf Platte wateten alle ihre Songs in einem schummrigen Licht der 60-er Jahre. Ein genialer Song nach dem Anderen wurde auf der Bühne zum besten gegeben. Ob «Mornings«, «Do You« oder «AKA M80 The Wolf«, diese Band hat nur Juwelen im Köcher die live noch farbenfroher schimmern als auf Tonträger. Konstant schwebte der Geist der späten Beatles über der Bühne. Rauch, Laser, Schweiss und John Ghouleys einzigartig hohe Stimme prägten den ganzen Abend. Gespielt wurden mehrheitlich Songs vom vorletzten Album «The Satanic Satanist«. An einen Track vom letzten Album «American Ghetto« kann ich mich nicht erinnern. Dafür gaben sie zwei neue Songs vom kommenden Album zu besten.

 

Stolze Offenbarung

Bei der wunderschönen Piano getragenen Ballade «And I« die nach den ersten Minuten von einer «Ennio Morricone-Spaghetti Western-Gitarre« gebrochen wurde, sprang der Funken endgültig über. Hier stand eine perfekt eingespielte Band auf der Bühne deren Spielfreude sich sympathisch aufdrängte. Perfekte Harmonien getragen von zuckersüssen Melodien, diese Band hat alles unter Kontrolle. «I am but a man, but a proud, proud man« – Ich wäre auch stolz!