Kultur | 05.04.2011

“Konkret fehlt natürlich ein Club”

Text von Diana Berdnik | Bilder von zVg.
Tobias und sein bester Freund Sandro wussten nicht, wohin sie ausgehen sollten. Die Teenies "hängten" im Quartier herum oder verbrachten die Freitagabende im Wald. Sie genossen es, einfach unter sich zu sein. Jedes Wochenende kamen mehr Jugendliche dazu und wollten wissen, was die beiden jungen Herren am nächsten Wochenende planten. Die Idee für "nightlife°" war geboren.
Die Scheune wird zum Partylokal. Den Besucherinnen scheint es zu gefallen. Den beiden Organisatoren, Tobias Meyer (links) und Sandre de Marco auch.
Bild: zVg.

70 Leute feierten an der Silvesterparty mit Tobias und seinen Freunden. Es war das erste richtige Fest, das von Nightlife organisiert wurde. In einer alten Scheune am Rande der Stadt St. Gallen richtete der 17-Jährige mit Unterstützung von Freunden das Partylokal ein: Ein roter Teppich, Licht- und Soundanlage, sowie eine Lounge und die Bar mit Getränken und Snacks durften nicht fehlen. Es war ein voller Erfolg, der zur nächsten Party anspornte.

 

Frühling in der Scheune

Letztes Wochenende ging diese zweite Party (“Springbreak”) von Nightlife über die Bühne. 81 Jugendliche fanden sich diesmal in der Scheune mitten im Wohnquartier ein, um den Frühling zu feiern. Stéphanie kam, weil ihr Schwarm da war und Nanuk freute sich, dass er mit seinen Kollegen zusammen feiern konnte. Gerne waren die auf Facebook geladenen Gäste bereit, 25 Franken Eintritt dafür zu bezahlen. Draussen wurde geredet und gelacht, drinnen vergnügten sich die top gestylten Teenies und tanzten, dass sich die Balken bogen. Die Mädchen kicherten und schauten den Jungs nach, während diese cool in den Sesseln sassen. Und ab und zu wagten sich sogar zwei sich näher zu kommen.

 

Es geht weiter

Die nächste Party findet voraussichtlich im Herbst statt. “Mich motiviert es einfach, diese Jugendlichen glücklich zu machen”, erklärt Tobias. Ausserdem mache er selber gerne Parties. Glücklicherweise gab es bis jetzt auch keine grossen Zwischenfälle, die für weitere Feten zum Problem hätten werden können. Trotzdem ist Tobias froh, dass er nicht jedes Wochenende eine Party organisieren muss, schliesslich sei das nicht sein Beruf. Mindestens drei Tage brauche er, um sechs Stunden Party zu organisieren. Aber so lange es ihm Spass mache, sei das kein Problem. Ausserdem scheint die Luft noch nicht raus zu sein. Dauernd erkunden sich Leute nach Fotos von der letzten Party, fragen nach der nächsten und kaufen Shirts und Pullover. Warum die Resonanz so gross ist, weiss Tobias auch nicht. Eine mögliche Erklärung sei, dass sich sein Team einen guten Ruf gemacht habe und die Stimmung immer super sei. So könne man mit wenigen Mitteln etwas Gutes hinbringen.

 

Zukunftspläne

“In der Stadt St. Gallen fehlen eindeutig Orte für Kultur und Ausgang”, findet Tobias. Die Erwachsenen würden den Jungen immer mehr Raum wegnehmen. “Konkret fehlt natürlich ein nightlife°-Club”, meint er schmunzelnd. Darum sei es auch sein Ziel, irgendwann einen eigenen Club mit zugehörigem Shop zu eröffnen.