Politik | 19.04.2011

Junge Perspektiven braucht die Welt

Text von Annatina Gilgen | Bilder von PD.
Wo können Jugendliche heute wirklich mitreden und entscheiden? Das Youth Perspective-Forum vom 29. April bis 1. Mai in Genf eröffnet jungen Menschen eine vielversprechende Chance, ihre Ideen zum Thema Bildung zu diskutieren und an die Vereinten Nationen zu bringen. Es gibt noch Platz für interessierte Teilnehmer.
An der Konferenz wollen Jugendliche neue Perspektiven im Bildungsbereich entwickeln.
Bild: PD.

Anlässlich der Eröffnung des internationalen Jahres der Jugend im August 2010 rief Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon dazu auf, die Bemühungen zu verstärken, “junge Menschen mit einzubeziehen in die Politik, Programme und Entscheidungsprozesse, die ihrer eigenen und unserer Zukunft zugutekommen.”

 

Über 18 Prozent der Weltbevölkerung sind Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren. Diese Altersgruppe soll durch ihre aktive Partizipation nicht nur frischen Wind in internationale Debatten einbringen, sondern auch dazu beitragen, neue und innovative Antworten auf die Probleme des 21. Jahrhunderts zu finden. Nachhaltige Lösungen sollen durch generationenübergreifende Kommunikation gefunden werden.

 

Wie verlockend und vielversprechend diese Ziele auch sind, so weit entfernt ist jedoch ihre Umsetzung. Wenn auch das eine oder andere nationale Projekt im Ansatz vielversprechend ist, so sieht es auf internationaler Ebene eher mager aus. Welche Kanäle gibt es tatsächlich für die Jugendlichen dieser Welt um sich Gehör zu verschaffen – zum Beispiel bei der Uno?

 

GIMUN – eine NGO für Jugendliche

Sogenannte NGOs (Non-Governmental Organization), bilden eine wichtige Plattform. Manche dieser Organisationen haben Beobachter- oder Beratungsstatus bei der Uno und eröffnen so einen veritablen Kanal zur Mitsprache. Zu diesen gehört auch GIMUN (Geneva International Model United Nations), welche in der Uno einen “Special Consultative” – Status besitzt. Ihre Besonderheit: Es ist die einzige NGO mit solch einem Status, welche nur von und für Jugendliche organisiert ist. Dank der Anerkennung ihres Status seitens der Uno kann GIMUN, ähnlich wie andere grosse internationale Organisationen, zu verschiedenen Themen und Sitzungen Statements abgeben, welche dann den zuständigen Vertretern der Länder vorgelegt werden. Sie erhalten ebenfalls die Möglichkeit, in der Uno selbst ihre Anliegen bei Nebenveranstaltungen einzubringen und mit verschiedensten Uno-Delegierten in Kontakt zu treten.

 

Youth Perspectives – zum Thema Bildung

Von diesem Sonderrecht will die Organisation in Zukunft mehr Gebrauch machen, wobei das erste Projekt bereits in wenigen Wochen stattfindet: eine internationale Jugendkonferenz zum Thema Bildung. «Youth Perspectives« findet vom 29. April bis zum 1. Mai 2011 in Genf statt und soll nicht nur Diskussionsplattform sein, sondern auch etwas bewirken. Die Teilnehmer aus der ganzen Welt werden in vier verschiedenen Themengruppen durch Diskussion und Austausch ein Statement erarbeiten, welches dann am dritten Tag im Plenum verabschiedet wird. Dieses wird schliesslich durch das Komitee an den Wirtschafts- und Sozialrat der Uno für dessen jährlichen ministeriellen Bericht weitergeleitet. GIMUN wird die erarbeiteten Anliegen ebenfalls an einem der “Side-Events” der Ministerkonferenz anfangs Juli vortragen.

 

Teilnehmer gesucht

Die Stimme der Jugend sollte vor allem beim Thema Bildung unbedingt gehört werden. Laut GIMUN soll diese Konferenz verschiedenste Meinungen und Ansichten zusammenbringen, welche dann mit einer einheitlichen Stimme die Wünsche und Perspektiven der heutigen Jugend ausdrücken und vor die Entscheidungsträger bringen. Die Teilnahme ist inklusive Mittagessen und Abendprogramm kostenlos, mitzubringen ist Interesse und eine eigene Meinung. Doch trotz vielversprechender Organisation und einem Thema, das überzeugt – angemeldet haben sich bisher hauptsächlich ausländische Teilnehmer. “Es wäre schade, wenn die Schweizer Jugend nicht vertreten wäre und diesen speziellen Kanal der Mitbestimmung nicht nutzen würde. Diese Konferenz ist eine einmalige Chance, unseren Anliegen betreffend Bildung eine Stimme zu verleihen.” sagt Jannik Böhm, Vizepräsident von GIMUN.

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