Kultur | 21.03.2011

Wer gerne liest, ist hier im Himmel

Text von Marcus Goldhahn | Bilder von Marcus Goldhahn
«Du gehst, du sprichst, du singst, du tanzt." Der Buchtitel des Autors Giora Feidmann beschreibt in einem Satz die vier Tage der Buchmesse, die am vergangenen Wochenende stattgefunden hat. Wer hier unterwegs ist, merkt schnell, dass man ohne nennenswerte Erfahrungen im Bereich Buch fehl am Platz ist. Egal wo man hinschaut, sind Menschen, gleich welchen Alters, mit Büchern zu sehen. Doch neben einer Halle mit und über Comics und Mangas gab es auch etwas für das moderne Zeitalter. Denn fast alle Bücher sind mittlerweile als E-Books auf iPad und Co erhältlich.
Bücher und Menschen: Von beidem gab es reichlich an der Leipziger Buchmesse.
Bild: Marcus Goldhahn

Vier Tage, vier Hallen und über 2000 Aussteller waren auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse vom 17. bis 20. März vertreten. Die Sparten der Bücher reichten von Belletristik über Sachbücher bis hin zu Thrillern, Krimis und Comics. Ob jung oder alt, jeder kam hier auf seine Kosten. Für jene, die genug vom Lesen hatten, die Messe aber doch noch nicht verlassen wollten, gab es unterhaltsame Angebote, wie zum Beispiel «Das blaue Sofa«, auf dem man sich seinen Autor hautnah anhören konnte. So entstand auf die eine oder andere Art ein sehr familiäres und lockeres Beisammensein. Bei so vielen Büchern fällt es schwer, einen Favoriten auszumachen. Ein paar Exemplare sind dann doch herausgestochen. So schreibt Jörg Thadeusz mit seinem Buch “Die Sopranistin” einen unterhaltsamen und bemerkenswert gut recherchierten und zum Teil humorvollen Thriller. Die Schauplätze in diesem Werk reichen von Amerika bis Deutschland und zurück. “Normalerweise lässt man in einem Thriller immer eine sympathische Frau sterben. Die Frau ist mir dann aber so ans Herz gewachsen, dass ich das nicht fertig gebracht habe und so sie dann nur ihre Haare verloren hat.”

 

Wer lieber etwas über Afghanistan liest, ist mit “Kriegsbraut” von Dirk Kurbjuweit gut bedient. Der Inhalt ist kurz und schnell erklärt: Es geht um eine Soldatin, die ihre Zukunft in der Armee sieht und im Laufe ihres Auslandseinsatzes in Gewissenskonflikte gerät. So muss sie in einer Situation entscheiden, ob sie Zivilisten tötet, um sich und ihren Kameraden zu retten. “Kriegsbraut” bringt einen direkt ins Geschehen, nicht zuletzt durch die gute Recherche und die damit verbundene Detailtreue im Text. Der Leser kann hautnah miterleben, wie die Soldatin sich in bestimmten Situationen fühlt, und hinterfragen, wie man vielleicht selbst entschieden hätte. Dirk Kurbjuweit greift ein schwieriges und umstrittenes Thema auf und bringt uns mit seinem Werk das Leben von Soldatinnen im Kampfgebiet näher.

 

Selbstverständlich gab es auf der Buchmesse nicht nur deutsche Autoren und Verlage. Auch international hatte die Messe einiges zu bieten. So fand man in einer extra Halle Verlage aus aller Welt. Vertreten waren dort unter anderen die Schweiz, Österreich, Serbien, Spanien, Amerika und Russland. Allein die Schweiz war mit 52 Verlagen vertreten.

 

Wer weiss, wie lange wir das Buch noch mit echten Seiten aus Papier in den Händen halten können oder wann es die Werke nur noch in digitaler Form gibt. Doch was gibt es Schöneres, als sich eines der vielen tollen Bücher zu schnappen, sich auf der Couch oder im Bett einzukuscheln und zu lesen?