Kultur | 07.03.2011

Wenn Kunst aus dem Rahmen tanzt

Im März öffnen 290 Kunstschaffende aus der Ostschweiz ihre Ateliertüren. Damit man bei soviel Kunst den Überblick behält, lud das Projekt Fünfstern zur Vorschau in der Klubschule Migros ein. Den Besucher erwartet eine einfallsreiche Idee und ein Wunder der Technik.
Den Besuchern sagten die "Zauberrahmen" zu. Die Räumlichkeiten der Migros Klubschule boten einen angemessenen Rahmen für die Vernissage.
Bild: Christine Albrecht.

An zwei März-Wochenenden präsentieren knapp 300 Ostschweizer Künstlerinnen und Künstler ihre Werke im eigenen Atelier der Öffentlichkeit. Damit der kunstinteressierte Mensch nicht unnötige Kilometer hinter sich bringen muss und sich einen Überblick verschaffen kann, können alle Arbeiten vom 26. Februar bis 27. März in Miniformat in den Räumen der Kultur am Bahnhof im St. Galler Bahnhofsgebäude angesehen werden.

 

Rahmen wie in Hogwarts

Um die vielen Werke, die in dieser Ausstellung nur virtuell vorhanden sind, stilvoll zu präsentieren liess sich das Fünfstern-Team etwas ganz Besonderes einfallen. Für jeden Künstler wurde ein Rahmen aus Schaumstoff aufgehängt, versehen mit Namen, Nummer und Adresse des Künstlers. Die Rahmen können dann von der Wand genommen und auf einen Tisch gelegt werden. Via Beamer wurde eine Diashow der Werke des jeweiligen Künstlers projiziert.

 

Was faszinierend klingt, ist auch so. In den Räumen der Kultur am Bahnhof herrscht ein Hauch von Harry Potter. Neben alten hölzernen Balustraden und Wandmalereien hängen die kunstvoll geformten Rahmen, die durch Magie zum Leben erweckt werden.

 

Und für die Kind gebliebenen Kunstliebhaber unter uns: Endlich darf man die Kunst auch anfassen, ohne den Groll des Museumsaufsehers auf sich zu ziehen. Statt passiver Betrachter zu sein, darf man anfassen und selbst entscheiden, was man sehen will. Man merkt, dass das Konzept bei den Leuten ankommt. Mit Enthusiasmus werden die Rahmen von den Wänden genommen und auf die Projizierfläche gelegt.

 

Vielseitiges Schaffen

Unter Hunderten von Arbeiten finden sich Fotografien, Malereien, Videoinstallationen und Skulpturen. Jede Art von Kunst ist vertreten. Mitmachen dürfen alle. Jung und alt, professionell und hobbymässig. Hauptsache, man will die Chance nutzen, seine Arbeit auszustellen. Das Projekt Fünfstern findet nach 2007 zum zweiten Mal statt. Damals machten 194 Künstler mit, viele von ihnen sind auch dieses Jahr wieder dabei.

 

Die Werke in echt

Die originalen Arbeiten in Stein oder Farbe kann man an zwei Märzwochenenden in den Ateliers der Künstler betrachten. Die Kunstschaffenden aus der Stadt St.Gallen zeigen ihr Schaffen am 19./20. März. In den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Thurgau und in allen anderen St.Galler Gemeinden werden die Besucher am 26./27. März empfangen. Eine Kartenübersicht der Künstler findet man im Internet auf www.fuenfstern.com.

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