Sport | 21.03.2011

“OL mit Freude betreiben”

Text von Matthias Strasser | Bilder von Marc Deriaz
Simone Niggli-Luder war mit am Start des ersten nationalen Orientierungslauf-Events "Tomila11" in Neuenegg, Kanton Bern. Tink.ch hat die mehrfache Weltmeisterin nach dem Zieleinlauf zum Interview getroffen. Die organisierende OLG Bern verzeichnete rund 1000 Läuferinnen und Läufer aus allen Kategorien.
Bild: Marc Deriaz

Simone Niggli-Luder, die Saison ist heute Sonntagmorgen mit dem “Tomila11” so richtig lanciert worden. Wie erging es Ihnen im Wettkampf?

Ich bin sehr zufrieden. Mit Helena Jansson war eine ausgezeichnete Athletin am Start, mit der ich mich vergleichen konnte. Weil ich schwanger bin, muss ich Tag für Tag nehmen, und schauen wie das Laufen geht. Daher war ich erstaunt, wie gut ich heute vorne mitlaufen konnte, auch wenn Jannson ganz zum Schluss noch etwas mehr Reserven hatte.

 

Mit der Kondition sind Sie also soweit zufrieden. Wie sah es mit den technischen Faktoren aus?

Am Anfang unterliefen mir zwei Fehler. Im Postenraum war ich nicht ganz genau unterwegs. Das gab meinen Gegnerinnen die Gelegenheit, wieder aufzuschliessen. In der Folge habe ich mir dann gesagt: “Jetzt muss ich mich wirklich konzentrieren!” Das ist mir gelungen. Danach war auch die Länge des Laufes kein Problem mehr. Ich konnte die Konzentration bis zum Schluss hoch halten und die Posten genau anlaufen.

 

Wie kamen Sie mit dem Terrain und den Bedingungen zurecht?

Ich war erstaunt, wie gut dieser Wald zu belaufen war. Wenn man sich die Karte ansieht, sieht man einige dunkelgrüne Stellen mit dichter Vegetation. Zu dieser Jahreszeit kann man in diesen Wald jedoch noch sehr gut laufen. Alles in allem war es ein sehr schöner Lauf.

 

Wie haben Sie den weiteren Saisonverlauf geplant?

Die sportlichen Ziele sind bei mir ein bisschen in den Hintergrund gerückt. Ich habe mich noch für die Schweizermeisterschaften in zwei, respektive drei Wochen angemeldet. Es wäre schön, wenn ich dort noch mitlaufen könnte und ein bisschen konkurrenzfähig wäre, aber das wird sich zeigen. Ich laufe jetzt noch, was für mich möglich ist. Was jetzt kommt, ist nur noch Zugabe.

 

Was raten sie jungen Läuferinnen und Läufern, die sich für Ihre Sportart interessieren?

Es ist immer gut, wenn man mit Freunden zum Sport gehen kann. Ich komme aus einer typischen OL-Familie. Meine Eltern und meine Schwestern sind jeweils auch gelaufen. Da fand ich den Zugang natürlich sehr leicht. Vor allem hier in der Region Bern gibt es sehr viele OL-Klubs, bei denen man Trainings besuchen kann. Ich kann es natürlich nur empfehlen. Beim OL ist man draussen in der Natur. Ausserdem finde ich die Kombination aus Laufen und Kopfarbeit faszinierend.

 

Gibt es einen Fehler, den es unbedingt zu vermeiden gilt?

Eigentlich nicht. Es ist wie immer im Sport: OL muss man mit Freude betreiben, man darf nichts erzwingen. Es hat keinen Sinn, unzählige Stunden zu trainieren, wenn man keine Freude daran findet.

 

 

Zur Person


Simone Niggli-Luder wurde am 9. Januar 1978 in Burgdorf geboren. Sie lebt mir ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Münsingen. Die Schweizer Sportlerin der Jahre 2003, 2005 und 2007 gehört dem OLV Hindelbank sowie dem Verein Ulricehamns OK (Schweden) an. Die studierte Biologin gewann in ihrer Karriere 17 Weltmeistertitel sowie sieben Europameistertitel. Zwischen 2002 und 2010 gewann sie zudem siebten Mal den Gesamtweltcup der Damen.