Kultur | 14.03.2011

“Est-ce que tu viens du Nord?”

Text von Tobias Häberli | Bilder von Louisa Nelle
Einfach, kurz und lustig - so darf ein Kurzfilm sein. "The Dream" schafft es in weniger als hundert Bildern, die Geschichte eines Pinguins in der Grossstadt zu erzählen und hätte dafür den Preis für den meisten Spass pro Bild verdient.
"The Dream" hätte sich mindestens einen Panther für die grösste Spassdichte verdient.
Bild: Louisa Nelle

Ein Pinguin kommt nicht mit seinen Kollegen aus und flüchtet daher in eine andere Realität. Man folgt dem Kleinen im Frack, wie er durch eine trostlos leere Grossstadt wandelt. Dort trifft er einen anderen Pinguin – aus dem Eis – auf einem Plakat. Eine komisch surreale Stimmung wird aufgebaut.

 

Nun erreichen die Filmemacher dieses zweiminütigen Animationsfilmes die völlige Verfremdung mit der Tonspur. Da spricht der echte Pinguin in einem undeutlichen Monolog auf einen Plakatpinguin ein, und ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sich um eine sehr exotische Sprache handelt oder ob da schlichtweg nur gequakt und geschnarrt wird. Ganz sicher kann ich sagen, dass diese Laute untertitelt werden und dies auf eine ganz und gar unterhaltsame Art.

 

Weniger gelungen ist höchstens die filmische Umsetzung des Versuchs des Protagonisten, sich in die Plakatwelt des anderen Pinguins zu begeben, diese Szene passt nicht ganz zum herrlich unkonventionellen Touch des Films. Die drei jungen Filmemacherinnen haben das richtige Ende für diesen schrägen Film nur zum Teil gefunden.

 

Der Film besticht aber durch seine Einfachheit – der Film kommt mit weniger als hundert Bildern aus – und durch seine stimmungsvolle Musik. Würde der springende Panther für den Film mit den meisten Gefühlen, Ideen und Spassmomenten pro Bild vergeben, dann hätte man in diesem Film zweifelsfrei den Gewinner gefunden. Haben die Filmerinnen diese Stilmittel bewusst gewählt? Ich weiss es nicht, doch es ist klar: Auch unbewusste Genialität zählt!