Kultur | 14.03.2011

Ein Trauerspiel in Eis und Schnee

Text von Miriam Hetzel | Bilder von Nathalie Kornoski
Wer seinen Film an einem Festival einschickt, muss davon überzeugt sein. Eine Jury selektioniert alle Einsendungen und zeigt nur, was ihr am besten gefällt. Für mich sind das Gründe, den Kinosaal mit gewissen Erwartungen zu betreten. Meist werden sie erfüllt - nicht so bei "The Dream".
Kein Mitleid mit Pinguinen!
Bild: Nathalie Kornoski

Zwar bin ich auch von anderen Werken, wie zum Beispiel “Familien im Brennpunkt Parodie”, alles andere als angetan. Doch dieser schreckliche Pinguin vermochte sogar einen Film, dessen einziger Anspruch es ist, das Wort “Scheisse” so oft wie möglich zu verwenden, in den Schatten zu stellen.

 

Pingu-Mobbing am Südpol! Der arme eiförmige Ausgestossene flieht in die Stadt und findet einen Artgenossen. Doch versteht er nicht, das jener nicht real, sondern nur ein Plakat ist. Schmerzhaft lernt er seine Lektion. Und ist am Ende genau so einsam wie zu Beginn. Ein zweiminütiger Crashkurs in Pinguin-Psychologie.

 

Sogar wenn man über diese unglaublich flache Handlung hinwegsieht, ist der Film noch unerträglich. Denn Animationsfilme erfordern Geschick, Geduld und technisches Verständnis. Nichts davon ist in “The Dream” zu finden. Es wirkt, als seien die drei jungen Filmemacherinnen vor kurzem über das Zeichenprogramm im Word gestolpert und wüssten nun, wie man sich des “Copy-Paste” bedient.

 

Aus seinen Fehlern lernt man ja bekanntlich. Da die drei Filmemacherinnen nicht älter als sechzehn sind, haben sie noch viel Zeit, Erfahrungen zu sammeln und sich zu verbessern. Und bis dahin können sie sich von den Filmen ihrer Mitstreiter inspirieren lassen.