Kultur | 14.02.2011

Wenige Worte, viel Bewegung

Neun Choreografien in zwei Stunden: Wer etwas Abwechslung vom normalen Abendprogramm braucht, sollte sich das Tanzstück "Short Cuts" in der Lokremise ansehen. Jede Szene weiss auf ihre Art zu überraschen.
Die einzelnen Szenen unterscheiden sich wie Nacht... ...und Tag.
Bild: Toni Suter, T+T Fotografie.

Die Tanzkompanie des Theaters St.Gallen zeigt mit “Short Cuts” die Vielfalt ihres Schaffens. Die zwei Stunden sind unterteilt in neun kurze Abschnitte, “Short Cuts”, in denen völlig unabhängige Themen getanzt werden. Mit dem breiten Spektrum von dargestellten Szenen spricht dieser Abend ein grosses Publikum an. Entsprechend unterschiedliche Leute besuchten die Lokremise, um sich die Vorstellung anzuschauen. Sie wurden nicht enttäuscht, das Programm war abwechslungsreich, unterhaltsam, regte aber auch zum Nachdenken an.

 

Geküsst, elektrisiert

Unter der Leitung von Marco Santi konnten sich die Tänzer ganz unterschiedlich in Szene rücken. Präsentierten sich die einen zu einem elektronischen Musikstück (Silas Bieri), um den elektrischen Widerstand auszudrücken (Ω, Choreografie: Robin Rohrmann), bevorzugten es andere, sich in den Zirkus hineinzuversetzen (“zirkusreif”, Choreografie: Cecilia Wretemark, Jasmin Hauck, David Schwindling). Wieder andere versuchten dem Ursprung des Wortes “French Kiss” nachzukommen (Choreografie: Zaida Ballesteros Parejo), und wieder andere setzen sich mit der Entscheidung zwischen zwei Vergnügen auseinander.

 

Nicht nur die Themen unterschieden sich gänzlich voneinander, auch die Art, wie sie dargestellt wurden, variierte. War es nun eine simple Installation im Eingangsfoyer (38° von Claudia Voigt) oder eine klassische Choreografie (“Wandlungsweg” von und mit Sebastian Gibas und Andrea Maria Mendez Torres), die Zuschauer studierten beides mit der gleichen Beeindruckung und Neugierde. Nicht immer waren allerdings die Personen auf der Bühne zu sehen. Getanzt ist getanzt und so bewegte man sich nicht nur auf der Bühne, sondern vielmehr auch im Foyer (“SeTobian” Performance mit Sebastian Gibas und Tobias Spori). Die ganze Vorstellung überraschte in vielerlei Hinsicht.

 

Sehen statt lesen

Dieser Abend vermag zu beeindrucken, wer die Kunst des Tanzes schätzt. Nicht immer ist es klar, was diese Bewegungen zu bedeuten haben, doch wer sich voll und ganz auf das Abenteuer “Short Cuts” einlässt, wird nicht enttäuscht. Und nun genug der Worte. Diese zwei Stunden lassen sich nur schwer mit Worten beschreiben, man muss sie erlebt haben.

Links