Politik | 07.02.2011

Träume selber in die Hand nehmen

Text von Eva Hirschi | Bilder von Eva Hirschi
Politik kann Wünsche erfüllen. Doch bis dahin braucht es vor allem eins: Geduld. Vor sieben Jahren hatte Patrik Locher die Idee eines Skateparks in seiner Gemeinde. Heute stehen das Projekt und der Standort fest. Was jetzt noch fehlt, ist das Geld.
Auf dieser 1152 Quadratmeter grossen Parzelle im Liebefeld Park in Köniz BE soll er dereinst stehen, der Skatepark, den sich Patrick Locher ausgedacht hat.
Bild: Eva Hirschi

Angefangen hat alles dank seinem grossen Hobby: dem Skaten. Doch es gab in Patrick Lochers Umgebung keine geeigneten Rampen und Halfpipes. Grund, weshalb der damals zwölfjährige Berner mit seinen Freunden immer wieder der Gemeinde schrieb, man wünsche sich einen Skatepark. Die Gemeinde beantwortete die Briefe zwar, doch die Antwort war jedes Mal dieselbe: Bedaure, nein. Bereits hier begegnete Patrik Locher dem ersten Stolperstein in Sachen Politik.

 

Mit Glück zum Teilerfolg

Doch die Idee ging nicht vergessen, der Mut war nicht verloren. Eine Freundin erzählte Patrik Locher vom Jugendparlament Köniz und dass man dort auch selber Projekte einbringen und realisieren könne, sogar mit finanzieller Unterstützung. So nahm der Schüler an einer Sitzung teil und war sofort Feuer und Flamme fürs Jugendparlament. Er gründete eine Arbeitsgruppe und begann nach einem Standort für den zukünftigen Skatepark zu suchen. Hier kam das Projekt ein weiteres Mal ins Stolpern, denn die Suche erwies sich zunächst als schwieriger denn angenommen.

 

Doch dann half ein glücklicher Zufall nach: Im Liebefeldquartier sollte ein neuer Park entstehen, Eröffnung war im Sommer 2009. Die Projektleitung suchte in der Gemeinde Köniz nach Ideen, wie sich die zukünftige Grünanlage attraktiver gestalten liesse. Patrik Locher und seine Arbeitsgruppe präsentierten ihr Skatepark-Projekt vor der Parkkommission und wurden prompt in das Gesamtkonzept “Liebefeld Park” aufgenommen. Das Könizer Parlament genehmigte den Vorschlag ohne Probleme. Der Stolperstein Standort war überwunden, ein 72 auf 16 Meter grosser Platz für den Skatepark reserviert. Ein grosser Erfolg und ein wichtiger Schritt für das Projekt des Jugendparlamentes. “Wahrscheinlich verlief dies so einfach, weil der Skatepark Teil eines Gesamtkonzepts ist”, mutmasst Patrik Locher. Auf jeden Fall sei er froh, dass man dem Skatepark einen Schritt näher gekommen sei.

 

Endspurt nach zehn Jahren

Der Standort ist gefunden, das Projekt steht, eine weitere Arbeitsgruppe mit erfahrenen Skatern hat sich gebildet, ebenso der Verein “Park im Park” (Anspielung auf Skatepark im Liebefeld Park). Ein Stolperstein bleibt: das Geld. “Zurzeit suchen wir Sponsoren”, doch die Suche laufe harzig, so der heute 21-jährige Patrick Locher.

 

Angepeiltes Datum für die Einweihung des Skateparks wäre 2013, also knapp 10 Jahre nachdem Patrick Locher die Idee für den Skatepark hatte. Dies zeigt: Ein eigenes Projekt zu verwirklichen erfordert viel Geduld und Engagement. “Es könnte sogar noch länger dauern, wenn wir nicht bald mehr Sponsoren finden.” Patrick Locher bleibt realistisch. “Aber das ist auch gut, dann können halt meine Kinder dort skaten gehen”, meint er mit einem Augenzwinkern.

 

 

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