Kultur | 14.02.2011

Sendung aus dem Norden

Text von André Müller | Bilder von zvg.
Auch wenn sich der Winter im Moment versteckt: Vorbei ist er nicht. Höchste Zeit für warme Melancholie aus Skandinavien, höchste Zeit fürs Nordklang Festival. 2011 schlagen die Bands aber auch schrille und fröhliche Töne an.
Hjalmar: Reggae von der Insel. A Kid Hereafter verkündet seine Botschaften auch in St. Gallen. Callmekat sorgt für den leichten Feenzauber im Palace.
Bild: zvg.

Das Nordklang bietet in diesem Jahr die Gelegenheit, mit einigen hartnäckigen Vorurteilen aufzuräumen: Nicht alle Isländer sind melancholische Wollpullover. Nur weil man Sigur Ros mag, heisst das nicht, dass alle Bands von der Insel dasselbe Erfolgsrezept in den fernen Süden tragen. Hjalmar zum Beispiel brauchen keine neunminütigen Songs, um gut zu klingen. Und sie spielen Reggae. Um ihr Album “IV” aufzunehmen, reisten sie sogar nach Jamaica, an den Ort, wo Bob Marley einst aufgenommen hatte.

Grabenhalle, Samstag, 23 Uhr

 

A Kid Hereafter braucht sogar nur zwei Minuten, um seine Botschaft unters Volk zu bringen. Der Pop-Punk-Missionar Frederik Thaae, mit dem zottligen, roten Vollbart leicht zu erkennen, ist eine musikalische Wundertüte. Wenn er nicht für sein Hauptprojekt engagiert ist, tobt er sich zu wütendstem Grindcore auf der Bühne aus. Welche Seite der Däne in St. Gallen zeigt, bleibt abzuwarten.

Palace, Samstag, 23 Uhr

 

Ganz aufs Klischee will man aber doch nicht verzichten. Mit der Dänin Katrine Ottosen alias Callmekat haben die Organisatoren eine wunderbar-zarte Waldfee ans Nordklang geholt. Und Klischees können ja so gut tönen, insbesondere, wenn sie von Valgeir Sigurdsson abgemischt werden. Björk und Sigur Ros lassen grüssen. Wir grüssen zurück und hören hin.

Palace, Samstag, 20.30 Uhr

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