Kultur | 08.02.2011

Mit Junes im “Proberaum”

Konzerte in der Tankstell finden in speziellem Ambiente statt. In keiner anderen Location ist man der Band so nah wie in der kleinen, aber feinen Bar an der Teufenerstrasse. So auch vergangenen Freitag, als Junes zu Gast war.
Eine bierbecherbreite Aura umgab die Künstler auch in der Tankstell.
Bild: Marco Zellweger (Kasma)

Nachdem die beiden St. Galler im Dezember ihr neues Album “Don’t Leave Me In Autumn” im Palace vorgestellt hatten, beglückten sie nun die Tankstell mit ihrer Musik. Statt jedoch wie normal mit einer ganzen Begleitband aufzutreten, beehrten Junes die Tankstell zu dritt, unterstützt durch den Cellisten Pierre-Alain Pignolet. Mit einem akustischen Set schafften es Junes auch in dieser Formation, das Publikum zu begeistern.

 

Publikum, Bier, Band

Es gibt Konzerte in riesigen Konzerthallen, wo zwischen Publikum und Band viel Platz, viel Security und auch menschlich viel Distanz herrscht. Anders in der Tankstell. Zwischen Zuhörer und den drei Musikern hatte es gerade noch Platz für einen Becher Bier, der aber auf keinen Fall ausgeleert werden durfte. Man war weniger an einem Konzert als bei einem Privatständchen. Dieser Meinung war auch die Band selbst: “Es fühlt sich eher an wie im Proberaum”, bemerkte Gitarrist Marc Frischknecht. “Nur mit dem Unterschied, dass es, wenn wir hochschauen, sehr viele Leute um uns hat”, bestätigte Leadsänger Daniel Hauser.

 

Die beiden Musiker wirkten sympathisch und bodenständig: Sie sprachen viel zum Publikum und kleinere Pannen stärkten nur das Wohlwollen. Junes bestachen durch ihre Mischung aus alten und neuen Songs, an denen das Publikum auch in neuer akustischer Aufmachung grossen Gefallen fand. Als Abschluss kamen die Besucher sogar in den Genuss einer Premiere. Junes performten einen Neuling, gerade erst elf Stunden alt. Nicht ohne Grund füllte sich der Kollektenhut, welcher statt eines Eintrittes herumgegeben wurde, stetig mit farbigen Noten.

 

Vom Musiker zum DJ

Nach dem Konzert legten Junes ihre persönliche Lieblingsmusik auf, nicht selten Einflüsse ihres neuen Albums, wie The National oder Get Well Soon. Nebenbei verkauften sie ihre drei bis jetzt erschienen Alben und signierten fleissig. Bleibt zu hoffen, dass es nicht bei drei Alben bleibt. Ein Titel für das neue Album ist ja bereits in Arbeit.