Kultur | 28.02.2011

Grandioses Gitarrengejaule

Text von Audrey Djouadi | Bilder von zVG
George Vaine beehrte das Helsinki. Ein entzückend intimes Konzert mit einer jungen Schönheit.
Bild: zVG

Gibt es einen besseren Anpfiff für den Freitagabend als anständiges Gitarrengejaule? Gibt es, und zwar den Abend mit grandiosem Gitarrengejaule von George Vaine und Company aka Philipp Strickler und Kaspar Fumasoli zu starten. So geschehen am 18. Februar im Zürcher Helsinki. Für alle, die ihr Wochenende schon mal am Donnerstag begrüsst haben, werden auch mal sanftere Töne angeschlagen, doch die Einflüsse von Grössen wie Chuck Berry, Lou Reed oder Neil Young animieren so manchen zum freudigen Mitwippen. Mehr liegt nicht drin, schliesslich sind wir in der Schweiz, wo ein Mindestsicherheitsabstand von eineinhalb Metern zur Bühne eingehalten wird und wo Konzertbesucher auf allzu überschwängliche Tanzeinlagen verzichten.

 

Die zwei Sets werden von einer kurzen Pause unterbrochen und trotz ein oder zwei technischen Fauxpas versprüht dieses Konzert einiges mehr an Charme als ein protziger Massenevent à  la U2 – Lichtshows in allen Ehren, aber einen epileptischen Anfall sollten sie dann doch nicht auslösen. Der Charme mag wohl an der Location, in der schon der Zürcher Film “Der Freund” gedreht wurde, liegen. Und womöglich auch an dem Gastauftritt des JESH-Gitarristen Tobey Lucas, welchem ganz offensichtlich ein paar zusätzliche Finger gewachsen sind. Eine andere plausible Erklärung fällt mir für das dargebotene Solo nicht ein.

 

Als Fazit lässt sich sagen: Der Start in den Freitagabend war weniger mit einem alten Mann, der in einen Jacuzzi steigt, zu vergleichen, als mit einer jungen Schönheit, die sich voller Elan in die Fluten stürzt.

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