Gesellschaft | 08.02.2011

10’000 Kilometer

Für den Master in "Robotics, Systems and Control" ist Rohit aus Indien 10'000 Kilometer weg von Zuhause gezogen. Neuer Kontinent, neues Land, neues Studium: Mit Tink.ch spricht er über sein neues Leben in Zürich.
Ein Ausflug in den Schnee in der Schweiz.
Bild: Ekaterina Karabasheva

Weg nach Zürich

Rohit hat 2010 seinen Master in “Robotics, Systems and Control” an der ETH in Zürich angefangen. Er ist 21 Jahre alt und kommt aus Jaipur in Indien. Dort geboren und aufgewachsen, ist er für sein Erststudium nach Kanpur, etwa 600 km weiter östlich, gezogen. Dort hat er am “Indian Institute of Technology Kanpur” seinen Bachelor in “Electrical Engeneering” gemacht. Zu dem Studium, das vier Jahre gedauert hat, wurde er nach einer harten Aufnahmeprüfung zugelassen. “In Abhängigkeit vom Rang konnte man sich für eine der Hochschulen entscheiden. Ich bin nach Kanpur gezogen, was ungefähr zehn Stunden Zugfahrt von meiner Heimstadt entfernt ist.”

 

730 Tage

Vor mehr als einem Jahr hat er sich für das Masterstudium in Zürich beworben. “Ich fand das Programm sehr spannend, und wollte auch mal wieder nach Europa.” Die Zusage kam im März 2010 und damit wusste Rohit, dass er die nächsten zwei Jahre in einem fremden Land auf einem neuen Kontinent verbringen wird.

Doch von einem Kulturschock kann die Rede nicht sein – er hat sich sehr gefreut, als er vor vier Monaten in die Schweiz gekommen ist. “Ich war auch schon drei Monate in England und kannte daher die europäische Kultur. Dort waren die Leute auch sehr freundlich, genauso wie hier. Deshalb war das kein Schock für mich.” Er hatte einen Einblick in die westeuropäische Kultur erhalten und hat auch eine andere Universität von innen kennengelernt. Die ETH in Zürich ist aber auch wieder anders.

“Hier in der Schweiz ist das Studium ein bisschen anders als in Indien. Es gibt ein breiteres Angebot an Veranstaltungen, die mich interessieren. Ausserdem ist die Rücksicht der Lehrenden und der Kontakt zu ihnen sehr intensiv und das zeichnet die Unterrichtsstile hier aus.” Der Konkurrenzkampf ist für Rohit nicht Ungewöhnliches. Damals in Kanpur waren die 500 Studierenden einige der besten im Land. Deshalb fällt es ihm nicht schwer, fleissig zu lernen.

 

Freizeit und Hobbys

Er hat sich im Winter aber auch Zeit genommen, mit Freunden zusammen etwas zu unternehmen. Neben den zahlreichen Ausflügen in der Schweiz hat er für sich auch ein anderes Hobby entdeckt – das Kochen. In seinem Wohnheim in Kanpur waren die Unterkunft und die Verpflegung in den Studiengebühren enthalten, deshalb musste er nicht kochen. Seitdem er aber in Zürich ist, hat er angefangen, am Herd zu experimentieren. “Ich kann noch nicht so gut kochen, aber es macht mir viel Spass, es zu versuchen.” Die erfolgreichen Versuche in der Küche schmecken besonders gut – neben den traditionell indischen Gerichten wie Curry und Chicken Masalah ist sein Schokokuchen nach französischem Rezept einer Freundin sehr lecker. Rohit trifft seine Freunde oft zum Essen, dank der neuen Freundschaften fühlt sich Rohit wohl hier und denkt nicht an die Zeit, wenn er zurück muss.

Wann das sein wird, weiss er noch nicht. Den Kontakt mit der Familie und Freunden pflegt er im Internet und fährt in den Semesterferien erstmal nicht zurück. Ob er nach seinem Abschluss in sein Heimatland zurückkehrt, hat er auch noch nicht entschieden. Denn jetzt konzentriert er sich auf sein Studium in der Schweiz und versucht, so viel wie möglich mitzunehmen.