Kultur | 31.01.2011

“Singe, wie eim de Schnabel gwachse isch”

Text von Diana Berdnik | Bilder von Pascal Gähler.
Vor seinem Konzert in Uznach erzählte Adrian Stern Tink.ch von seinen Songs, Träumen und Liebesgeschichten. Anschliessend begeisterte er sein Publikum und sang, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Denn nur so komme das Gefühl beim Publikum an.
"Songs gelingen nur, wenn man in seiner Gefühlssprache singt."
Bild: Pascal Gähler.

Adrian, deine CD ist voller Liebeslieder. Als Experte hast du bestimmt ein Patentrezept für eine gelingende Beziehung?

Adrian Stern: Nein, ganz bestimmt nicht. Aber ich habe eine Frau gefunden. Wir lieben uns und möchten die Zukunft zusammen gestalten. Das ist die Basis für eine gute Beziehung.

 

Woher nimmst du die Ideen für deine Lieder?

In meinen Liedern erzähle ich Geschichten von mir. Jede einzelne habe ich erlebt, mindestens in meinem Kopf. Sie reichen jedoch lange zurück bis in meine Schulzeit.

 

Den Saal heute hast du gefüllt. Möchtest du auch mal im Hallenstadion vor versammelter Fangemeinde spielen?

Wann werde ich wohl das Hallenstadion füllen? Eigentlich möchte ich dies nicht, denn ich spiele lieber in kleineren Sälen. Das Hallenstadion würde ich einmal füllen und hätte dann für das ganze Jahr gespielt. Mir gefallen diese Stimmung und das Familiäre hier sehr.

 

Werden wir in Zukunft noch mehr Adrian Stern hören?

Es ist klar, dass ich immer Musik machen werde. Es ist einfach schön mit den Leuten zu singen und spielen. Bis im Sommer sind wir noch auf Tour, vielleicht auch bis Ende Jahr. Dann wechselt es irgendwann wieder vom Auftreten zum Songschreiben.

 

Dann wanderst du mit deiner Nr. 1 nicht nach Amerika aus?

Wer kennt diesen Gedanken nicht: einfach alles zusammenpacken, mit seiner Liebsten auswandern und ein neues Leben beginnen. Aber wenn ich davon singe, dann meine ich damit den Gedanken, der einem eine Sekunde durch den Kopf schwirrt.

 

Kannst du dir vorstellen, auf Englisch zu singen?

Mein Dialekt wird in den Medien zwar oft kritisiert. Aber ich finde, man sollte so singen, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Dann kommt das Gefühl richtig rüber.

 

Also hörst du selber auch gerne melancholische Lovesongs?

Ja, mir ist das Gefühl in Liedern sehr wichtig. Wenn Musiker einen Song darbieten, in dem das Gefühl richtig zu spüren ist, dann finde ich ihn gut. Das gelingt meistens, wenn man in seiner eigenen Gefühlssprache singt.

 

Mit wem würdest du gerne einmal ein Duett singen?

Ich finde, man soll sich nicht einen Partner suchen und dann ein Duett singen. Das Lied ist es ja, das nach einem Duett schreit. Es gibt keinen eigentlichen Wunschpartner, das ergibt sich einfach.

 

Du hast mit Ritschi gesungen.

Ja genau, das war eine gute Erfahrung. In dem besagten Lied haben wir von einer Frau gesungen, die wir beide nicht haben konnten. Es hat gut gepasst. Ritschi und ich haben uns kennen gelernt, ich durfte einige Male als Vorband spielen und es entstand eine gute musikalische Freundschaft.

 

Hast du andere musikalische Vorbilder?

Neben Kuno und Mani Matter gibt es nicht so viele. Hauptsache, das Gefühl stimmt.

 

Kannst du dir auch vorstellen, Lieder mit politischen oder gesellschaftskritischen Inhalten zu singen?

Eher nicht. Ich singe lieber über Gefühle. Es interessiert mich zwar, was in der Weltpolitik passiert, aber ich bin nicht so kompetent, als dass ich darüber einen Song schreiben könnte. Sehr viele Künstler versuchen mit Liedern etwas zu bewegen und nur wenige schaffen es, die Message auch wirklich zu vermitteln.

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