Kultur | 24.01.2011

Humor vor Tiefgründigkeit

Zum 40-Jahr-Jubiläum des Trickfilmwettbewerbs kannten die Ideen keine Grenzen. Aus 13 nominierten Werken konnte das Publikum den Sieger bestimmen. Eine fette Kuh aus Knetmasse gab den Ausschlag. Ein Film gewann, der diese Woche in die Kinos kommt.
Eine fette Kuh aus Knetmasse zieht in "Gipfel-Gig" die Aufmerksamkeit auf sich.
Bild: Filmszene

Der Trickfilmwettbewerb feierte an den diesjährigen Solothurner Filmtagen sein 40-jähriges Bestehen. 13 Trickfilme waren nominiert, die am Samstagnachmittag in der Reithalle vorgestellt wurden. Die Zuschauer spielten Jury und konnten für ihren Favoriten stimmen.

 

Die Reithalle war fast bis zum letzten Platz besetzt und die nominierten Filme zeigten auf, wie vielfältig Trickfilme sein können. Von einfach gezeichneten Strichfiguren bis hin zu aufwändig geformter Knetmasse war alles dabei. Die Ideen kannten keine Grenzen. Schiffe wurden zu Schneeschleudern umfunktioniert, ein Dorf drohte in einem Tränenmeer zu versinken und Hähne kämpften bis zum bitteren Ende. Trotz bunt gemischtem Programm, blieben alle Künstler bei der alt bewährten Stop-Motion-Technik. Inhaltich rütteln die Filme auf. Situationen aus dem Alltag werden aufgegriffen und in ein kritisches Licht gestellt.

 

Drei Stunden später war es dann soweit, der Preis für den besten Trickfilm wurde den Regisseuren Bernhard Bamert, der sich durch eine Knetfigur vertreten liess, und Lukas Egger überreicht. Mit ihrem Film “Gipfel-Gig” hat ein lustiger Film gewonnen, der jedoch nicht besonders zum Denken anregt. Drei Musikanten wollen in einem Berghotel ein Konzert geben. Der Wirt schickt sie jedoch weg und sie machen sich spontan auf den Weg, den Berggipfel zu erklimmen. Unterwegs treffen sie eine fette Kuh und setzen sich auf ihren Rücken. So ziehen sie musizierend mit dem Tier durch die Landschaft. Dabei werden verschiedene Schweizer Klischees auf die Schippe genommen.

 

Herausgestochen ist das Werk, weil es das einzige war, dessen Bilder nicht gezeichnet sondern geformt wurden. Die Macher kreierten eine detaillierte Landschaft aus diversen Kunstoffmaterialien. Als Knetmasse für die Figuren diente Plastilin.

 

Info


Gipfel-Gig läuft als Vorfilm von “Rubber” ab dem 27. Januar 2011 in den Deutschschweizer Kinos. In Zürich im Kino Riff Raff, in Bern im cinemovie, in Basel im kult.kino atelier und in Luzern im Kino Bourbaki.

 

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