Gesellschaft | 21.12.2010

Zeichen der Solidarität

Text von Tanja Bangerter | Bilder von Tanja Bangerter
"Solidarität und miteinander Teilen sind ein kleiner Schritt für uns, aber ein Riesenschritt für die Ärmsten", so Caritas-Botschafterin Alizeé Caillard. Am Samstag haben über 300'000 Menschen in 180 Schweizer Städten die Illuminationen von Caritas Schweiz besucht und ein Zeichen gegen die Armut gesetzt. Auf dem von einem Lichtermeer aus Kerzen erhellten Marktplatz in Basel hat der Singer-Songwriter Ernie Opiasa die Menschen mit seiner grossartigen Stimme, bewegenden Melodien und tiefgründigen Songtexten berührt.
  • Caritas Kerzenaktion 2010 Basel

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Kurz nach Einbruch der Dunkelheit war es am Samstag soweit. Eine der ersten Kerzen auf dem verschneiten Markplatz in der Basler Innenstadt zündete Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt Dr. Carlo Conti an. “Es ist wichtig, einen Beitrag für humanitäre Hilfe als Ausdruck der Solidarität zu leisten. Ich wünsche mir, dass die Augen der Kinder auf der ganzen Welt leuchten können.” Eine Million Kerzen verwandelten die Schweiz in ein Sternenmeer und leuchteten als Zeichen der Solidarität für die Armen und Schwachen. Doch “Eine Million Sterne”, eine Aktion von Caritas Schweiz, ist mehr als ein Zeichen. Sie ist greifbare Hilfe für die Ärmsten. Die Hälfte des Erlöses aus dem Kerzenverkauf erhält der Caritas-Markt, der Lebensmittel und Gebrauchswaren zu stark vergünstigten Preisen anbietet. Die andere Hälfte geht an ein Caritas-Projekt in den Philippinen, das Kinder vor Ausbeutung schützt, die in den Slums von Manila leben.

Hilfe für die Kinder im Pandacan Slum Viertel

Die Situation für Mädchen und Knaben im Slum-Gebiet in Manila ist katastrophal. “In den urbanen Slum-Vierteln von Manila werden immer mehr Kinder Opfer von kriminellen Schlepperbanden, aber auch von Familienangehörigen oder Nachbarn. Mit falschen Versprechungen – wie Arbeitsplätze in einem Hotel oder als Hausangestellte – werden sie in die Städte gelockt, wo sie unter sklavenartigen Umständen leben und durch Schläge, Nahrungsentzug und Drogen zur Prostitution oder zu anderer ausbeuterischer Arbeit gezwungen”, so die Projektverantwortlichen des Caritas-Projektes in Manila. Das Projekt richtet sich an 3370 von Ausbeutung betroffene Kinder und Jugendliche, sowie an 300 von sexueller Ausbeutung betroffene Kinder und Frauen. Mit dem Projekt sollen die Sicherung der Lebensgrundlagen, wie Ressourcen, Infrastruktur und Bildung, für die Bevölkerung gewährleistet, die Kinder vor Menschenhandel geschützt und Jugend- und Elterngruppen aufgebaut werden, die für ihre Rechte einstehen.

Bakit ba – Warum?

Im Sommer 2009 besuchte Ernie Opiasa, aufgewachsen auf der philippinischen Insel Cebu, seine Heimat und war tief getroffen von den Lebensbedingungen, unter denen die Menschen in den Slums Manilas leben “Ich war geschockt. Die Menschen leben dort in grenzenloser Armut. Ich habe mich dauernd gefragt: Warum? Warum müssen diese Menschen so leben? Es scheint mir an ein Wunder zu grenzen, dass die Menschen, besonders die Kinder, unter solch’ widrigen Umständen überleben können.” Ernie hat seinen Besuch in Manila mit einem Konzert in den Slums verbunden, bei dem er den Menschen in den Slums ein Stück Hoffnung schenken konnte. “Mein Konzert war für sie vielleicht nur ein Tropfen auf den heissen Stein, aber ich konnte ein Zeichen setzen. Ein Zeichen der Solidarität und ein Licht der Hoffnung. Denn wir alle tragen ein Stück Verantwortung dafür, was mit ihnen geschieht. Was mit der Menschheit geschieht, geschieht durch die Menschheit.” In seinem 2005 veröffentlichtem Album “Malinis na trabaho – saubere Arbeit” singt Ernie über seine Heimat und jedes in seiner Landessprache gesungenen Songs begeistert durch melodiöse Gitarrenriffs, bewegende Melodien und tiefgründige Botschaften. Am Samstag bewegte Ernie in Basel die Menschen auf dem Markplatz mit den Songs aus seinem Album.

Im Song “Bakit ganito ang buhay – Warum ist mein Leben so?” singt Ernie über einen Jungen auf der Suche nach Hoffnung “Ich bin ziellos unterwegs Tag und Nacht. Ich bin allein. Sie haben mich ohne Abschied zurückgelassen. Ich bin unterwegs mit Angst, aber ich will leben. Immer auf der Suche nach Essen. Ich frage mich: Warum? Warum ist mein Leben so?” Mit seiner Musik setzte Ernie ein Zeichen für die Menschen in seiner Heimat, gegen Hoffnungslosigkeit und für das Licht der Solidarität.

One Million Stars for Manila

Die vom Caritas-Projekt unterstützten Kinder in Manila haben zusammen mit der Partnerorganisation Visayan Forum mit Kerzen eine Brücke zwischen der Schweiz und den Philippinen dargestellt als Zeichen, dass sie unser Licht erhalten haben.

 

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