Gesellschaft | 06.12.2010

Studieren mit dem iPad

Die persönliche Bibliothek in der Umhängetasche. Mein Leben 2.M.n.iP. (zwei Monate nach dem ersten Kontakt mit dem iPad) - eine neue Zeitrechnung beginnt.
Das kleine Schwarze und die Relikte von Gutenberg.
Bild: Uwe Bieri Dein Rücken wird Steve Jobs einen Altar bauen. PDF's bearbeiten mit iAnnotate. Grafiken und Kurven mit Adobe Idea.

Anfangs Semester stellt sich immer wieder die Frage, wie man am besten vorgeht, um während den Vorlesungen möglichst sinnvoll Notizen zu machen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und alle haben ihre Vor- und Nachteile. Da gibt es die Stundenten, die mit Stift und Block alle wesentlichen Punkte, welche die Professoren erwähnen, notieren. Dann gibt es diejenigen, die mit ihren Notebooks in die Vorlesungen kommen, vorgängig die Vorlesungspräsentation herunterladen haben und dann mit Hilfe von PDF-Readern Notizen hinzufügen. Die anderen laden die Vorlesungsunterlagen vor den Lektion aus dem Internet herunter, drucken sie aus, und fügen dann von Hand Notizen hinzu. Bis vor kurzem gehörte ich zur letzten Gruppe. In den vergangenen zwei Monaten hatte ich aber die Gelegenheit, ein iPad zu testen. Mein erstes Fazit vorneweg: Das Teil bringt es! Im Folgenden habe ich mich auf drei für Stundenten relevante Punkte konzentriert: Die Kosten, die Effizienz und die Mobilität.

 

Kosten

Ich gehe in diesem Testbericht von meinem persönlichen Verbrauch aus, der von Person zu Person natürlich variieren kann. In meiner Zeitrechnung vor dem iPad – 2.S. v. iP (2 Semester vor dem iPad) – habe ich wie die meisten meiner Kommilitonen alle Vorlesungsunterlagen farbig ausgedruckt. Zu diesem Zweck hatte ich mir einen Farblaserdrucker angeschafft, welcher für grosse Menge an Drucksachen am effizientesten ist. In zwei Semestern verbrauchte ich zwei komplette Tonersätze. In Zahlen ausgedrückt; 2 mal 227.75 Franken, also Total 455.50 Franken. Dazu kommen noch Unmengen von Papier und Stromkosten für den Drucker, was ein ökologischer Non-Sense ist. Seit ich das iPad benutze, verzichte ich auf das Drucken. Die günstigste Variante des iPads, die für die Verwendung im Studium absolut ausreicht, kostet 649 Franken. Das heisst nach knapp drei Semestern hat man das iPad amortisiert.

 

Effizienz

Seit ich das iPad verwende, verliere ich keine Zeit mehr für das Ausdrucken der Vorlesungsunterlagen. Mit dem “aji-Server”, einem Gratis-Programm, ist es möglich, die Ordnerstruktur auf dem Computer oder dem Mac mit der des iPad’s zu synchronisieren. Dadurch werden Doppelspurigkeiten verhindert. Anstelle von losen Blätter im Rucksack ist alles kompakt in einem kleinen Gerät gesammelt. Die Dokumente können mit der integrierten Suchfunktion schnell gefunden werden und sind immer zugänglich. Verpasse ich einmal eine Vorlesung, frage ich einfach meinen Kollegen, ob er mir seine iPad-Notizen schicken könne. Es ist kein zeitraubendes Abschreiben oder Kopieren mehr nötig.

 

Mobilität

In diesem Bereich schlägt das iPad herkömmliche Medien um Längen. Wenn ich am Wochenende von meinem Studienort nach Hause fahre, muss ich mich nun nicht mehr mit einem riesigen Koffer voll Bücher und Ordner durch die Bahnhöfe der Schweiz drängen. Denn jetzt komme ich meistens mit einer einzigen Tasche aus. Das iPad ist auch sehr praktisch, wenn man im Zug noch mal die Vorlesungen vom Tag nachbereiten will. Nun gibt es bei mir nämlich keine losen Blätterberge mehr, die sich am Schluss im ganzen Abteil verteilt haben.

 

Fazit

Das iPad ist wirklich ein sehr brauchbares Gerät für Studenten. Nach einer kurzen Gewöhnungszeit ist man mit dem Markieren, Notieren und Zeichnen von Graphen genau so schnell wie von Hand. Dazu verwendet man am besten einen iPad-kompatiblen Stift. Einziger Schwachpunkt des iPad’s ist der geringe Arbeitsspeicher von 256 MB. Das fällt einem aber nur auf wenn man in 1000-seitigen e-Books eine Suchanfrage startet, aber damit kann ich leben.

 

 

Empfohlene App’s für das Studium

iAnnotate PDF: Programm zur Verwaltung und zur Bearbeitung von PDFs, 11 Franken

Noterize: Programm zur Bearbeitung von Powerpointpräsentationen und PDFs, mit der Möglichkeit zum Audiomitschnitt von Vorlesungen, 3.30 Franken.

iBooks: Programm zur Verwaltung der virtuellen Bibliothek, gratis

PSE, HD: Interaktives Periodensystem von Merck, gratis

3D Brain: 3D-Model des Gehirns mit Beschriftung, gratis

Adobe Ideas: Programm um zu zeichnen, gratis