Politik | 22.12.2010

Spannende Diskussionen im Nationalratssaal

Text von Floriana Sonder | Bilder von Michael Dolensek
Im Nationalratssaal herrscht von Anfang an eine spezielle Atmosphäre. eine Atmosphäre voller Anspannung und Lust, miteinander zu kommunizieren. Auch eine Lust, seine eigene Meinung zu publizieren und seine Ideen zu repräsentieren.
Mit einem liebevollen Klatschen heissen die Jugendlichen Noch-Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer willkommen.
Bild: Michael Dolensek

Ein liebevolles Willkommensklatschen erfüllt plötzlich den Nationalratssaal, als die Plenumsdiskussion der Jugendsession beginnt. Der Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer zuhörend, fällt auf, dass nicht alle Jugendliche auf den 200 Stühlen Platz haben. Ganz schnell wird erklärt, wie der Tag abläuft und wie die Technik in diesem Saal funktioniert. Dazu gehören die Übersetzungsgeräte. Kanal 1: Deutsch, Kanal 2: Französisch, Kanal 3: Italienisch. Und wo bleibt Kanal 4: Romanisch?

 

Im Saal gibt es gewisse Momente der Unruhe, des Schimpfens und der Wut während den Diskussionen, doch auch andere Momente mit grosser Spannung, in denen kein Atemzug zu hören ist, wie zum Beispiel während den Auswertungen der Abstimmungen. Man spürt sehr gut, auf welcher politischen Seite ein Jugendlicher steht, wenn er spricht, manchmal weiss man sogar, zu welcher er gehört. Zu den Themen “Religion und Schule” und “Familienpolitik” gibt es grosse Diskussionen. Ein sehr aktuelles Thema für die Jugendlichen ist das Glücksspiel. Viele Spielende melden sich gleich selbst zu Wort.

 

Für die Jugendlichen sind diese drei Tage sehr speziell und besonders, was man auch aus den folgenden Statements entnehmen kann:

 

Silas (21), Scharans: “Die Atmosphäre ist sehr gut, auch wenn manchmal einander angegriffen wird. Die Diskussionen sind sehr interessant und nicht zu vergessen laut. Im Allgemeinen sind wir alle eine sehr angenehme Gruppe von Jugendlichen, die die gleichen Interesse haben.”

 

Alessandra (16); Igis: “Ich nehme zum ersten Mal an der Jugendsession teil und alles ist für mich sehr neu und speziell. Es gefällt mir sehr gut hier und ich interessiere mich für die Politik. Besonders gut gefallen hat mir der Spielabend am Freitag. Zum heutigen Tag kann ich sagen, dass ich das Gefühl habe, dass man sich im Nationalratssaal viel älter und erwachsener fühlt.”

 

Annabarbara (18), Chur: “Ich nehme schon zum fünften Mal an der Jugendsession teil, weil es mir sehr gut gefällt, so viele Leute kennen zu lernen. Vor allem kann man hier seine eigene politische Meinung repräsentieren, die auch bemerkt wird. Wir machen uns keine Gedanken über Sachen, die weder Hände noch Füsse haben. Die Jugendsession ist Realität. Nach drei Tagen haben wir ein Resultat vor uns und wir können stolz darauf sein. Es ist super, dass es so etwas gibt, weil schlussendlich muss unsere Generation mit der Politik leben, die gemacht wird.”

 

Tim (19), Flims: “Ich bin beeindruckt von der Jugendsession. Obwohl ich der Meinung bin, dass alles etwas zu linkslastig ist, vielleicht weil das Organisationskomitee auch eher links ist. Die Diskussionen wurden einige Male provoziert von gewissen Meinungen, aber das ist eigentlich alles egal. Das Schöne ist, mit anderen Leuten zusammen zu sein.”

 

Einer der Höhepunkte ist die Rede der Bundespräsidentin Doris Leuthard und die Gelegenheit, ihr Fragen bezüglich ihres Lebens und ihrer Karriere zu stellen. Mit ihrer Verabschiedung wird die Jugendsession 2010 beendet.