Kultur | 08.12.2010

“Ich hatte nicht vor zu gewinnen”

Text von Eva Hirschi | Bilder von Paolo Barblan
Claudia Cherubini gehört zu den 25 Jugendlichen, die im Juni 2010 anlässlich des Sprachenwettbewerbs Linguissimo ein Wochenende in Neuenburg verbringen durften und sich dort mit dem Thema Werbung auseinandersetzten. Dass sie diesen Wettbewerb sogar gewinnen würde, hatte die 19-jährige Zürcherin allerdings nicht erwartet.
Gemeinsam mit ihrem Tandempartner feilt Claudia Cherubini an ihren Texten.
Bild: Paolo Barblan

Claudia, du hast den Sprachenwettbewerb Linguissimo zusammen mit deinem Tandempartner Marco Pizzolato aus dem Tessin gewonnen. Was ist das für ein Gefühl?

Claudia Cherubini: Es war eine grosse Überraschung, ich habe das nie erwartet! Es gab so viele andere gute Teilnehmer. Marco und ich haben es mehr als Spass angesehen und viel zusammen gelacht. Über den Sieg haben wir uns sehr gefreut. Ich hatte eigentlich nicht vor zu gewinnen, aber dann ist es so gekommen und ich bin mega glücklich!

 

Warum hast du beschlossen, an diesem Sprachenwettbewerb teilzunehmen?

Eigentlich habe ich nicht freiwillig teilgenommen, meine Französischlehrerin hat der ganzen Klasse diesen Wettbewerb vorgeschlagen, aber ursprünglich wollte niemand teilnehmen. In den Ferien hat sie uns dann ein Mail geschickt und den Wettbewerb als obligatorisch angekündigt – wer nicht mitmache, würde eine 1 erhalten. Ich habe eigentlich nie gerne geschrieben, in der 2. Klasse hatte ich sogar Angst vor dem weissen Blatt. Ich schaffte es nicht, einfach so etwas zu schreiben. Und jetzt schreibe ich gerne.

 

Welche Eindrücke sind dir von Linguissimo geblieben?

Ein spannendes Wochenende mit vielen zweisprachigen Jugendlichen, wir haben wild durchmischt geredet. Auch auf der Reise in Paris, da hat jemand auf Italienisch eine Frage gestellt, der andere hat auf Französisch geantwortet und so weiter. So wusste niemand, woher wir kamen, das war lustig.

 

Was war der Höhepunkt?

So viele verschiedene Leute kennen zu lernen, die im gleichen Alter sind. Auch die Begegnungen mit den Experten aus der Werbebranche haben Spass gemacht, ich habe mir zuvor zu diesem Thema nie viele Gedanken gemacht und auf einmal gemerkt, was alles dahinter steckt.

 

Wie war es, zu zweit einen Text zu schreiben? Gab es Schwierigkeiten mit der Sprache?

Überhaupt nicht. Wir haben uns mit Ideen gut ergänzt und beide Texte, den auf Deutsch und den auf Italienisch, zusammen geschrieben.

 

Was bedeuten für dich die Sprachen?

Sie sind sehr wichtig! Ich bin in Zürich zweisprachig aufgewachsen. Zu Hause habe ich Italienisch gesprochen. Am Anfang war es schwierig, auf die jeweils andere Sprache umzustellen. Jetzt denke ich aber nicht mehr immer zuerst auf Italienisch und übersetze dann, sondern habe keine Mühe mehr, in eine Sprache «hineinzukommen«. Ich denke, das ist eine Gabe, wenn man zweisprachig ist.

 

Wie sieht deine Zukunft aus?

Ich bin im letzten Jahr am Gymnasium. Danach würde ich gerne studieren, vielleicht Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Zürich. Das Thema Werbung hat mir sehr gefallen und ich könnte mir gut vorstellen, das noch ein bisschen zu vertiefen.

 

Was möchtest du den anderen Jugendlichen, die am nächsten Linguissimo teilnehmen, mit auf den Weg geben?

Habt Spass am schreiben und daran, dass ihr an diesem Wochenende teilnehmen dürft. Denkt nicht nur an den Gewinn, lernt die anderen Teilnehmer kennen und habt vor allem Spass!

 

 

Info


Möchtest auch du den Spass an der Sprache zusammen mit Jugendlichen aus anderen Sprachregionen erleben? Dann melde dich für Linguissimo 2011 an. Weitere Infos gibt es hier.

 

Links