Kultur | 30.11.2010

Zum Hören und Geniessen

Text von Christine Albrecht | Bilder von zvg
Die St.Galler Musiker Daniel Hauser und Marc Frischknecht haben sich zwei Jahre Zeit gelassen für ihr neues Album. Nach "You Know" aus 2006 und "Consequences" aus 2008 meldet sich Junes mit "Don't Leave Me In Autumn" zurück. Ein Album voll von einfach guter Musik.
Don't leave me in autumn: Musik, um über den Nebel zu kommen.
Bild: zvg

Würden Chris Martin und Thom Yorke ein Kind adoptieren und ihm Bravo Hits-CD’s zum Hören geben würden, käme wahrscheinlich so was in der Art heraus: Ein süffiges Pop-Rock-Album an der Grenze zwischen Alternativem Indierock und Mainstreampop. In zwölf Songs à  la Coldplay und Radiohead mit einem Schuss Snow Patrol zeigen Junes ihr musikalisches Können.

 

Zarte Geschichtslosigkeit

Das Album tastet sich mit “Autumn” voran, einem sanften Lied, das einer musikalischen Umarmung gleicht. Auch die darauffolgenden Songs beziehen sich auf dasselbe Konzept: Man paare poppige Beats mit singbaren Melodien. Songs wie “Save Me” zeigen aber auch die nachdenkliche Seite des Albums. Zeilen wie “Give me one more reason to survive / save me” “I can’t comlpain / I’m alive / but I don’t know why” und “feeling quiet alone and lost” zeugen von melancholischer Stimmung. Doch das Album erzählt keine Geschichte. Die Titel sind alle sehr ähnlich gestrickt und keines überrascht auffallend.

 

Einzig der Song “Crawling Over Me” sticht ein wenig aus dem Album heraus: Er zeichnet sich durch ein etwas schnelleres Tempo als der Rest aus und landete in den FM1-Charts auch schon auf dem dritten Platz. Das Werk der beiden St.Galler endet mit “Jealousy”: Einem wunderschönen, ruhigen Song mit akustischen Gitarrenklängen.

 

Live und für Kopfhörer

Obwohl die meisten Titel sich doch sehr ähneln, bleibt “Don’t Leave Me In Autumn” ein Album zum Hören und Geniessen, perfekte Musik für die momentan herrschenden Wetterverhältnisse. Ein Album für Pendler, Liebeskranke und Liebhaber von einfach schöner Musik.

 

Wer sich live von Junes überzeugen will, dem bietet sich diesen Donnerstag, dem 2. Dezember, die perfekte Möglichkeit. Im Palace stellen sie ihr neues Album höchstpersönlich vor. Unterstützt werden sie dabei von den Elektroakustikern A Crashed Blackbird Called Rosehip.

Links