Gesellschaft | 08.11.2010

Zeichen setzen

Auch dieses Jahr verlieh Young Caritas den begehrten Award. Gewonnen haben ihn die Initianten des Projektes "Cycling Together", die mit viel Beinarbeit einen Erlös für ein Wasserprojekt in Äthiopien erradelt haben.
Das Treibhaus Luzern bietet die ideale Location für die Verleihung des youngCaritas Award.
Bild: youngcaritas.ch / Benjamin Bucher und Ernesto Opiasa Nikolai Fischer berichtet über seinen bewegenden Einsatz in Haiti. Das Team von Cistunac freut sich über den Publikumspreis. Dimitri und Jonas sind die glücklichen Gewinner des Young-Caritas-Awards.

Am 18.Dezember werden in der Schweiz eine Million Caritas Kerzen leuchten und der Erlös aus deren Verkauf einen Beitrag zum Schutz der Kinder auf den Philippinen leisten. Auch am Samstag erhellten viele kleine Kerzen den Weg zum Treibhaus Luzern. Musik drang durch die grün beleuchtete Fassade des Treibhauses nach aussen, zahlreiche Jugendliche diskutierten angeregt, Spannung und Vorfreude lagen in der Luft.

 

Sie alle haben etwas gemeinsam: Den Willen, sich solidarisch einzusetzen. Denn sie alle sind Teil von Projekten, die die Welt bewegen, die die Welt zum Positiven verändern. YoungCaritas unterstützt sie dabei und zeichnet zum siebten Mal ein Projekt mit dem Young-Caritas-Award aus.

 

Grosses Engagement

13 Projekte sind dieses Jahr eingereicht worden. Projekte, die alle durch Kreativität, Engagement und grossen Einsatz überzeugen. “EUforIA” beispielsweise setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung in der Schweiz und in Südamerika ein,und bietet den Jugendlichen aus beiden Kontinenten die Möglichkeit, der Klimaerwärmung, Armut oder Rassismus lokal entgegenzutreten. Regina Studer entwickelte nach Abschluss ihrer Master-Arbeit über die Regenwaldabholzung ein Lehrmittel, das Schüler und Schülerinnen aufzeigt, wie sich die Abholzung auch auf die Armut der Menschen auswirkt und welche Konflikte sonst noch entstehen.

 

Der Wiederaufbau Haitis

Nach der Begrüssung durch Sara Bukies und Andriu Deflorin von Young Caritas gibt Nikolai Fischer Auskunft über seine Arbeit. Er ist Programmverantwortlicher der Katastrophenhilfe von Caritas Schweiz und soeben aus Haiti zurückgekehrt. Begleitet von eindrücklichen Bildern berichtet er über den Einsatz der Hilfsorganisationen in Haiti. “Das Ausmass der Katastrophe war enorm. Das habe ich noch nie erlebt. In den Strassen Haitis war die Tragik, die das Erdbeben ausgelöst hatte, überall spürbar. Gebäude waren zerstört, die Menschen sehr verzweifelt, sie hatten ihr Obdach verloren, keine Lebensmittel zur Verfügung. Es ist unglaublich, dass oft die ärmsten Regionen der Erde von den grössten Naturkatastrophen betroffen sind”, erzählt Nikolai Fischer. Das Wichtigste sei nun, erdbebensichere Unterkünfte zu errichten. Fischer freut es, dass einige der bei Young Caritas eingereichten Projekte sich für Haiti einsetzten. So unterstützen beispielsweise Schülerinnen und Schüler aus Schwyz mit einem Sponsorenlauf den Aufbau eines Klassenzimmers in Haiti.

 

109 Dezibel für Cistunac

Bevor nun der Young-Caritas-Award verliehen wird, kämpfen die fünf für den Publikumspreis nominierten Projekte mit viel Kreativität um die Gunst der Zuschauer. Mit der Stärke des Applauses entscheiden jene nämlich, wer den Preis, ein Fairtrade-Frühstück, gewinnt. Am lautesten klatscht das Publikum für das Team “Cistunac – Das internationale Sommercamp” und sein Projekt “109 Dezibel”. Bei dem Projekt trafen sich junge Freiwillige des Roten Kreuzes aus Bosnien-Herzegowina sowie aus der Schweiz in Lukavac. Dort beschäftigten sie sich aktiv mit dem Thema Ökologie und entwickelten zusammen Ideen. Laurence war in diesem Camp und erzählt von bereichernden Erfahrungen: “Die Jugendlichen vor Ort waren sehr freundlich und offen. Sie hatten Freude an unserem Besuch und wollten sich engagieren. Wir befanden uns in ehemaligem Kriegsgebiet. Das sah und spürte man – beispielsweise an eingeschossenen Gebäuden oder an den Friedhöfen in Sarajewo.” Anna Greub, die Projektleiterin von Cistunac, ist überzeugt, dass die Erfahrungen, die die Jugendlichen gemacht haben, für weitere soziale Arbeit von Vorteil sind. “Viele Schweizer Freiwillige, die beim Camp dabei, waren, wirken auch an sozialen Projekten mit, die sich oft mit Migration und Integration beschäftigen. Für sie war es interessant, die Faktoren zu verstehen, warum gerade junge Menschen aus Bosnien-Herzegowina in andere Länder migrieren. Und auch die bosnischen Jugendlichen können die Erfahrungen und Ideen in ihre eigenen Jugendgruppen mitnehmen.”

 

And the winner is

Die Gewinner des Young-Caritas-Awards 2010 sind Phillpe, Jonas und Dimitri von “Cycling Together”. Sie sind im Juni 2009 zu einer Reise aufgebrochen, die sie durch den Balkan, die Türkei und den Iran nach Äthiopien geführt hat. Vor ihrer Reise haben sie Patenschaften angeboten, bei denen für jeden zurückgelegten Kilometer ein bestimmter Betrag gespendet wird. Der erradelte Betrag kam einem Wasserprojekt der Caritas Schweiz in Äthiopien zugute. 26’000 Franken sammelten sie mit ihrem originellen Projekt. Vor Ort konnten sie sich selbst ein Bild davon machen, was sie mit ihrem Beitrag für die Bevölkerung geleistet hatten.

 

Nach der spannenden Preisverleihung geht es im Treibhaus weiter mit der Band Santo Barrio aus Chile, die mit ihrem energetischen lateinamerikanischem Sound das Publikum zum Tanzen bringt. Und schliesslich sind alle Teilnehmenden Gewinner, denn sie alle tragen mit ihrem Engagement etwas zu bei, das Gesicht der Welt zu verändern.

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