Kultur | 22.11.2010

Unbekanntes bekannt machen

Text von Joanna Skwarek | Bilder von Sandra Biberstein
Jedes Jahr finden rund 100 Einsendungen den Weg zu den Organisatoren des Upcoming Film Makers. Davon zeigen sie nur einen Viertel am Festival. Nach welchen Kriterien treffen sie die Selektion?
Welche Filme schaffen es nach oben in der Gunst der Juroren?
Bild: Sandra Biberstein

Der Anspruch des Upcoming Film Makers ist es, Jungfilme zu zeigen, damit diese nicht so schnell aus dem Blickfeld verschwinden. Sie sollen nicht in der Schublade der jungen Filmkünstler landen, sondern eine Chance bekommen, auf der grossen Leinwand gezeigt zu werden. Der Fokus liegt dabei auf Schweizer Filmen von jungen Leuten bis 30, die mit eigenen Mitteln und grossem Engagement hinter ihren Projekten stehen. Die Frage bleibt: Welche Projekte sollen die Chance erhalten, sich am Festival präsentieren zu dürfen?

 

Briefkasten überfüllt

Die Organisatoren erhalten jedes Jahr rund 100 Filme, welche oft erst im letzten Moment eingesendet werden. Da kann schon einmal der Briefkasten überquellen. Diese werden von fachlichen Juroren einer Selektion unterzogen, denn im Programm finden nur etwa 25 Filme Platz. Da die Filmauswahl für das Festival aufgrund der Fülle von überzeugenden Projekten regelmässig schwer fällt, treffen sich die Juroren im Vorfeld zu einem viertägigen Filmmarathon, an dem sie sich alle Einsendungen anschauen und eine Auswahl treffen. Es wird nach jedem Film diskutiert, gewertet und nach einem Konsens gesucht. Bei vielen Filmen ist sofort klar, dass diese gezeigt werden müssen, bei anderen muss man sich oft länger Gedanken machen. Im Allgemeinen sollten die Filme im Programm thematisch abwechslungsreich sein und ein unterschiedliches Publikum ansprechen. In jedem Block sollen daher verschiedene Gattungen wie Fiction, Animation, Dokumentar- oder Experimentalfilm berücksichtigt werden. Der Zuschauer begegnet so einer Vielfalt an Themen, welche die Menschen und insbesondere die Jugend heute beschäftigen.

 

Abgefahrene Jungfilmer

Die Juroren schauen zusätzlich, dass Filme von jungen Filmemacher unter 20 Jahren auch eine Chance bekommen, da diese meist mit einem sehr kleinen Budget operieren müssen. Sie sind jedes Jahr positiv überrascht, dass diese Filme immer besser gemacht werden. „Die Jugendlichen haben abgefahrene, coole Ideen und gerade ihre Filme verdienen es wohl, vor dem grossen Publikum gezeigt zu werden“, sagt Philippe Renner, erfahrener Festivalleiter. Somit schaffen immer mehr tolle Jungfilme den Sprung auf die grosse Kinoleinwand des Festivals und feiern damit bereits einen ersten Erfolg.