Politik | 21.11.2010

Stimmen aus der Wandelhalle

Im Plenum stimmen die Teilnehmenden darüber ab, welche ihrer Petitionen an das Parlament weitergereicht werden sollten. Dabei geht es auch sehr emotional zu und her. Zwei Tink.ch-Reporter haben Stimmen eingefangen.
Dominique Rodel und Rahel Blumer.
Bild: Katharina Good Mergim Gutaj. Mareks Moro. Létitia Christen. Pascal Fehr.

Die Teilnehmer der Jugendsession debattieren den ganzen Sonntag über die Petitionen, die sie in den vergangenen zwei Tagen ausgearbeitet haben. Sie diskutieren über Änderungsvorschläge, verwerfen, fügen hinzu und geben die Petition schliesslich zur Abstimmung frei. Zwischen all diesen hitzigen Diskussionen gibt es auch immer wieder Pausen, in denen sich die Jugendlichen in der Wandelhalle erholen und absprechen können, so wie echte Politiker. Hier nun ein paar Stimmen aus der Wandelhalle:

 

Dominique Rodel, 20, aus Grenchen SO und Rahel Blumer, 18, aus Buchs SG

Wir sind bisher sehr zufrieden mit den Resultaten, es waren gute Ansätze dabei. Jede Meinung ist hier gut vertreten, aber die anderen Teilnehmer sind auch kompromissbereit und sehr menschlich. Unsere Petition zum Thema Familienpolitik wurde noch nicht besprochen, aber wir sind sicher, dass wir es schaffen.

 

Mergim Gutaj, 18, aus Wohlen AG

Ich bin sehr zufrieden mit den bisherigen Resultaten, ich war immer bei der Mehrheit dabei. Meine Gruppe hat zusammen mit Lukas Reimann eine parlamentarische Initiative zum Thema Glücksspiel ausgearbeitet. Der Vorteil dieser Initiative ist es, dass sie innerhalb von zwei Sessionen besprochen werden muss. Ich denke, dass wir gute Chancen haben, ich habe extra noch ein bisschen Werbung gemacht.

 

Mareks Moro, 17, aus Lugano TI

Gerade waren alle gleicher Meinung und haben sich einstimmig für die Petition zum Thema “Unbegleitete minderjährige Migrantinnen und Migranten” ausgesprochen. Es ist ein super Gefühl, sowohl Linke wie auch Rechte waren sich einig. Unsere Petition zum Thema Schule und Religion wurde bereits angenommen. Und dies, obwohl die Leute am Anfang nicht genau verstanden haben, worum es uns genau ging und obwohl es technische Probleme mit der Übersetzung gab. Es ist eine tolle Jugendsession für die Tessiner, welche in den letzten Jahren immer verloren haben. Dieses Jahr haben wir bei “Art of Politics” und nun mit der Petition gewonnen.

 

Létitia Christen, 17, aus der Nähe von Neuenburg

Als sich vorhin alle einstimmig für die Petition aussprachen, war das ein sehr gutes Gefühl. Bei unserer Initiative, die jetzt dran ist, und ebenfalls das Thema “Unbegleitete minderjährige MigrantInnen” behandelt, bin ich aber eher pessimistisch. Ich war mit meiner Gruppe auch nicht immer einverstanden. Aber die Leute hier an der Jugendsession sind sonst super und sehr sympathisch. Ob ich auch mal Politikerin werde? Ja, ich hoffe es.

 

Pascal Fehr, 19, aus Chur

Nach der einstimmigen Annahme der letzten Petition war das zur Abwechslung mal ein angenehmes Gefühl. Mit meiner Gruppe, die eine Petition zu Schule und Religion ausgearbeitet hat, war ich leider nicht einverstanden. Ich finde die Schweiz hat eine christliche Leitkultur, die es aufrechtzuerhalten gilt. Doch obwohl ich dachte, hier an der Jugendsession seien die meisten eher links, hatte ich eine tolle Zeit an der Party gestern, auch zusammen mit meiner Gruppe.