Kultur | 16.11.2010

“Regeln gibt es keine”

Text von Nora Steffen
Fünf Jungs, eine Leidenschaft und schon bald ein Demotape. Und weil "Premium Quality" zu arrogant klingt, nennen sich sich ganz schlicht "Second Quality".
Nennen sich "Second Quality" und sind dennoch nicht nur zweite Wahl. Fotos: Nora Steffen Julian Steffen kommt aus Langendorf SO, ist 17 Jahre alt, singt in der Band, spielt Streethockey, besucht die FMS, würde am liebsten die SVP ausschaffen und hört Musik von Atreyu, Zebrahead, Enter Shikari, Pendulum. Mauro Kiener kommt aus Oberdorf SO, ist 17 Jahre alt, spielt Gitarre und Streethockey, besucht die Kantonsschule Solothurn, wünscht sich einen Lohn für Studenten und hört Musik von Limp Biskid, Avenged Sevenfold, Zebrahead, Arctic Monkeys. Jeremias Ambühl kommt aus Solothurn, ist 17 Jahre alt, spielt Gitarre, mag Rudern, besucht die Kantonsschule Solothurn, wünscht keinen Kapitalismus und hört Musik von Enter Shikari, Zebrahead, Itchy Poopzkid, Arctic Monkeys. Fabio Kiener kommt aus Oberdorf SO, ist 18 Jahre alt, spielt Bass und Streethockey, besucht die Kantonsschule Solothurn, will gerne die obligatorische Wehrpflicht abschaffen und hört Musik von Rise Against, Avenged Sevenfold, Zebrahead, Billy Talent. Der fünfte im Bunde konnte leider nicht zum Fototermin erscheinen: Sven Lüthy kommt aus Oberdorf SO, ist 17 Jahre alt und spielt Schlagzeug und Fussball.

Bei einer Jam Session vor zweieinhalb Jahren gründeten die drei Jungs, Mauro, Fabio und Sven aus dem Raum Solothurn die Band Second Quality. Da sie nur Bass, Gitarre und Schlagzeug besetzten, musste dringend ein Sänger her. Bald war auch schon jemand gefunden: Julian sollte fortan seine Stimme zum Besten geben und die Band vervollständigen. Jeremias, der fünfte und letzte im Bunde, wurde später als zweiter Gitarrist beigefügt.

Die Band entwickelt sich seither ständig weiter. Wo am Anfang noch Coversongs waren, sind jetzt selbst komponierte Songs. Die brisante Mischung aus Post-Punk, Alternative, Indie und Rock geht ins Ohr und hat Wiedererkennungswert. Ich traf zwei Mitglieder der Band für ein kurzes Interview.

 

Wie seid ihr auf euren Bandnamen gekommen?

Julian: Wir sind wohl eher darauf gestossen. Am Anfang hiessen wir noch Nailhead, was wir dann aber in Second Quality umwandelten. Der Name entstand ehrlich gesagt beim Bier trinken. Jeremias las auf der Flaschenetikette “Premium Quality”. Das klang uns aber zu arrogant und so nahmen wir Second Quality. Eigentlich ganz simpel.

 

Ihr habt jetzt nach zehn Konzerten das Angebot bekommen, ein Demotape aufzunehmen?

Mauro: Ja, das ist richtig. Wir wurden einfach ganz spontan gefragt.

Julian: Das werden wir schon diesen Dezember aufnehmen können.

 

Ist es euer Ziel, einmal mit Musik Geld zu verdienen?

Mauro: Das ist wohl eher ein Traum. Aber ein wirkliches Ziel ist ein Album aufzunehmen und Konzerte zu spielen vor einem Publikum, das extra wegen uns gekommen ist.

 

Ihr macht alle viel Sport, bleibt da noch Zeit für die Musik?

Julian: Auf jeden Fall, das liegt immer irgendwie drin. Wir versuchen, eine gute Balance dazwischen zu finden. Und seitdem wir selber Songs schreiben, macht die Musik sowieso viel mehr Spass.

 

Wer komponiert diese eigenen Songs?

Mauro: Ich schreibe meistens die Gitarrenriffs und Julian komponiert dann die Gesangsmelodie und schreibt den Songtext.

 

Gibt es da gewisse Regeln oder Vorbilder?

Julian: Nein, Vorbilder haben wir eigentlich nicht wirklich.

Mauro: Doch, vielleicht die Arctic Monkeys, aber wir mischen mehrere Stile zusammen. So ist es schwierig, eine bestimmte Band als Vorbild zu nennen.

Julian: Vorbilder haben wir, doch Regeln gibt es keine!