Politik | 21.11.2010

Politische Inszenierungen

Jung, wild und voller Tatendrang: Die Sessionsteilnehmer beweisen nicht nur Diskussionsfähigkeit und politisches Engagement, sondern beherrschen auch die hohe Kunst des Theaterspiels.
Politische Inszenierungen an der Jugendsession.
Bild: Pascal Gähler Eltern sollen frei bestimmen, welche staatliche Schule ihre Kinder besuchen.

Man fühlt sich in den Kindergarten zurückversetzt. Farbiges Papier überall, das zu Papierhüten verarbeitet wird. Wie faltet man die Dinger am besten, damit sie dann auch schön auf die Köpfe passen? Stifte kreuz und quer. Es herrscht kreatives Schaffen. Akteure sind aber wider Erwarten nicht kleine Kinder, sondern Teilnehmer der Jugendsession 2010. Sie gehören zur Gruppe “Freie Schulwahl« und bereiten sich auf ihren Auftritt am Samstagabend vor.

 

Dann nämlich präsentieren sie in Form eines Theaters ihr Anliegen, worüber das Plenum am Sonntag debattieren und abstimmen wird. Die 20-jährige, selbsternannte Regisseurin und Jugendsessionsteilnehmerin Patricia Stocker erklärt, was die Gruppe dem Zuschauer vermitteln will: “Alle sollen in der Oberstufe frei entscheiden dürfen, welche staatliche Schule sie besuchen.”

 

Die Tische im Raum sind mittlerweile zur Seite gerückt, die Laiendarsteller sind auf ihren Positionen. Blaue, grüne, rote und gelbe Papierhüte zieren ihr Haupt. So vielfältig wie die Bedürfnisse der Kinder, so farbig ist auch das Erscheinungsbild. Die Regie gibt anhand des selber gezeichneten Bühnenplans letzte Anweisungen, Feinheiten werden ausdiskutiert. Die Probe beginnt.

 

Ein komplexes Thema auf die Bühne zu bringen – keine leichte Aufgabe. Trotzdem lobt die Regisseurin ihre Truppe und lacht dazu: “Die Schauspieler sind super, einfach phänomenal.” Wer weiss: Vielleicht gestalten sie eines Tages als Parlamentarier ein sehenswürdigeres Theater.