Gesellschaft | 09.11.2010

Ausgezeichnet – und was nun?

Wie wählt die Jury die Besten der Besten aus und wie unterstützt Young Caritas die Projekte nach der Wahl? Tink.ch wollte es genauer wissen.
Nicht nur ein Preis: Nachhaltigkeit ist für die Organisatoren des begehrten Awards sehr wichtig.
Bild: youngcaritas.ch/Benjamin Bucher

Wie kann man dreizehn verschiedene, abwechslungsreiche Projekte auszeichnen, wenn alle einfach gut sind? Es war wie “Äpfel mit Birnen” zu vergleichen, da das Alter der Teilnehmenden und die Ideen so unterschiedlich waren. Für die fünfköpfige Jury, die nicht nur aus Leuten von Caritas Schweiz, sondern auch aus jungen externen Leuten bestand, war es deshalb keine einfache Aufgabe, die Projekte zu beurteilen. Doch unabhängig vom Award haben alle Jugendlichen Anerkennung verdient. Für den Award waren Kriterien wie Kreativität, Nachhaltigkeit, Kommunikation sowie Transparenz nach aussen ausschlaggebend. Den letzten Punkt setzten die Jugendlichen des Projektes “Cycling Together” besonders gut um: In einem Blog informierten die jungen Männer die Leserinnen und Leser, was unterwegs geschah. “Sie sind nicht einfach für paar Monate irgendwo untertaucht, sondern haben immer wieder erzählt, wem sie begegnen, wo sie gerade sind und was passiert”, erzählt Andriu Deflorin, Jurymitglied und Organisator des Young-Caritas-Awards.

 

Was die Jury zusätzlich besonders an diesem Projekt beeindruckte, waren die sportliche Leistung und die Freude, etwas Gutes zu tun. Ebenfalls interessant fand die Jury das Konzept, das sowohl soziale, kommunikative, als auch nachhaltige Aspekte beinhaltet.

 

Auf die Frage, wie nachhaltig die Projekte seien, antwortet Andriu: “Einerseits freuen wir uns, dass die jungen Leuten aktiv werden und aktiv bleiben, andererseits werden die materiellen Sachen wie die errichteten Häuser oder die Schulen den bedürftigen Leuten auch langfristig dienen, wie zum Beispiel aktuell auf Haiti. Wir unterstützen alle Projekte mit unserem Wissen und bringen die Jugendlichen auf neue Ideen.”

 

Ein kurzer Blick zurück

Bei der Verleihung des diesjährigen Young-Caritas-Awards durfte auch der letztjährige Gewinner nicht fehlen. Daniel Oppliger, einer der letztjährigen Gewinner und auch Jurmitglied, zeigte den Kurzfilm “The Trip”, den sie während der Gewinnreise nach Moldau drehten.

 

Auf die Frage, was sie vor ihrer Reise über die Republik Moldau wussten, sagen sie entschlossen: Nichts. Keiner der drei jungen Männern war früher in Moldau, deswegen war auch die Neugier automatisch grösser. Das Publikum konnte an diesem Abend mehr über dieses Land erfahren. “The Trip” in Form einer Reisereportage versetzte das Publikum im Treibhaus in Staunen über das Land.

 

“Es gibt hier nichts”

Auswanderungspläne haben die jungen Menschen aus Moldau schon seit langem. Zudem fehlt ihnen die Motivation, etwas im eigenen Land zu ändern. “Es ist die Langeweile und der Mangel an Perspektiven, die auf viele Jugendliche lähmend wirken. ‘Es gibt hier nichts’, diesen Satz hörten wir leider immer wieder”, erzählt Daniel. “Manche erzählten uns auch gleich von ihren Auswanderungsplänen.” Daniel und seine Kollegen wollten während der Reise “hinter die Fassade” schauen und die Jugendlichen vor Ort motivieren und sensibilisieren. Die Begegnungen mit zahlreichen Organisationen zeigten, dass sich die Lage in diesem ex-kommunistischen Land langsam verbessert.

 

Nächstes Jahr werden die diesjährigen Gewinner des Projektes “Cycling Together” über eine zweiwöchige Reise nach Bangladesch berichten, wo sie Projekte der Caritas Schweiz besuchen werden.

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