Gesellschaft | 09.11.2010

13’000 Kilometer für eine bessere Welt

Text von Tanja Bangerter
Nach einer Strecke von mehr als 13'000 Kilometern sowie unzähligen unvergesslichen Eindrücken und Erfahrungen trafen Phillipe, Jonas und Dimiri von "Cycling Together" im Dezember 2009 in Äthiopien ein. 26'000 Franken konnten sie mit ihrer Reise für das Caritas Projekt in Äthiopien sammeln. Mit ihrer originellen und erfolgreichen Idee überzeugten sie auch die Jury des Young-Caritas-Awards 2010. Ein Gespräch über Gastfreundschaft, nachhaltige Entwicklung und Glück, das nicht überall das Gleiche bedeutet.
Jonas und Dimitri freuen sich auf die Reise nach Bangladesh. Fotos: Ernesto Opiasa Die Gastfreundschaft der Menschen auf ihrer Reise haben die beiden sehr beeindruckt. Dimitri und Jonas sprechen über nachhaltige Entwicklung.

Was bedeutet euch der Gewinn des Young-Caritas-Awards?

Jonas: Wir sind sehr glücklich. Mit dem Award haben wir eine Reise nach Bangladesh gewonnen, das ist grossartig. Wir freuen uns sehr.

Dimitri: Der Award ist ein tolle Anerkennung.

 

Welche Erfahrungen, die ihr während der Reise gemacht habt, haben euch am meisten bewegt?

Jonas: Wir trafen sehr nette Menschen – in der Türkei, im Iran und in Äthiopien. Das waren tolle Erfahrungen. Die Menschen dort luden uns zum Schlafen in ihre Häuser ein. Sie hielten an der Strasse und boten uns Essen und Getränke an. Die Menschen dort kannten uns nicht und empfingen uns trotzdem so freundlich.

Dimitri: Die Gastfreundschaft der Menschen war unglaublich und sehr eindrücklich. Sowohl in der Türkei, in Albanien, im Iran als auch in Äthiopien. Das war eine grossartige Erfahrung. Als wir beispielsweise in Afrika waren und nach Wasser fragten, teilten die Menschen gerne mit uns, obwohl sie fünf bis zehn Kilometer weit gehen müssen, um es zu besorgen. Trotz Armut sind die Menschen dort unglaublich gastfreundlich. Jeder ist auf die Hilfe des anderen angewiesen und niemand wird alleine gelassen. Das ist beeindruckend. Glück wird in ärmeren Ländern anders wahrgenommen – es wird geteilt.

 

Was war eure Motivation für diese Reise?

Dimitri: Anfangs wollten wir einfach mit dem Velo zu einer Reise aufbrechen, die uns Einblicke in andere Kulturen bietet. Dann haben wir uns überlegt, was wir der Bevölkerung an den Orten, die wir durchqueren, zurücklassen könnten. Denn an vielen Orten, die wir durchqueren, sind die Menschen sehr arm. Da ist die Idee entstanden, ein Projekt vor Ort zu unterstützen.

Jonas: Als wir am Ende unserer Reise in Äthiopien ankamen, besichtigten wir das bereits begonnene Projekt der Caritas. Es war grossartig zu sehen, wo das Geld eingesetzt wurde und wie wir damit den Menschen helfen konnten, die in ihren Dörfern dringend eine bessere Wasserversorgung brauchten.

 

Was braucht es für eine nachhaltige Entwicklung?

Jonas: In Äthiopien kann mit wenig Geld viel für die Bevölkerung getan werden. Die Wasserversorgung muss dringend verbessert werden. Im Moment ist es oft so, dass die Frauen kilometerweite Strecken zurücklegen müssen, um das Wasser zu besorgen. Es ist wichtig, mit den Einheimischen vor Ort zu arbeiten, damit sie wissen, wie sie die Lebensbedingungen in ihrem Land verbessern können.

Dimitri: In Äthiopien braucht es viel Einsatz bei der Sensibilisierung und Aufklärung der Menschen. Die Menschen müssen darüber aufgeklärt werden, wie sie medizinisch gegen Krankheiten vorsorgen können. Ich denke, der Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung ist, dass die Menschen verstehen und sich auf ihre Kultur einstellen und auf diese Weise wissen, wie sie ihre Situation verbessern können. Es ist wichtig, dass die Projekte der Entwicklungshilfe auf die Kultur in den Entwicklungsländern angepasst sind.

 

Gab es einen Tiefpunkt während eurer Reise, so dass ihr ans Aufhören dachtet?

Dimitri: Nein, nie.

Jonas: Nein, denn jeder Tag bot neue Herausforderungen, Begegnungen und Landschaften. Es gab nie einen Moment, in dem wir sagten, es sei zu viel. Wir durchquerten die arabische Wüste und kampen ziemlich erschöpft nach Äthiopien. Dennoch hätten wir bis Südafrika weiterfahren mögen.

 

Möchtet ihr euch weiterhin sozialen Projekten widmen?

Jonas: Wir würden gerne wieder eine Reise mit dem Velo machen. Das war wirklich toll.

Dimitri: Viele Menschen zögern, wenn es darum geht, etwas an Hilfswerke zu spenden. Mit dem originellen Projekt der Reise gelingt es uns, diese Menschen zu überzeugen und zur Mithilfe anzuregen.

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