Gesellschaft | 11.10.2010

Schwesterhände

Text von Audrey Djouadi
Beim stöbern im Internet kann man Juwelen entdecken. Einer davon ist ein Projekt von zwei Schwestern. Tink.ch lüftet den Stoff.
Die Werke von Jovana und Jelena werden einzeln angefertigt. Aus Wein, Musik und Schlaf holen die Schwestern ihre Inspiration.

Was ist “Lazy Sis” und worum geht es dabei?

“Lazy Sis” sind zwei Schwestern, einerseits Jelena Hitz, eine Modedesignerin und ich Jovana Hitz, eine Studentin der Kunstgeschichte. Wir leben in verschiedenen Städten, ja sogar in verschiedenen Ländern. Ein paar Mal im Jahr treffen wir uns, trinken Unmengen von Weisswein und hören George Michael Platten. Dazu entwerfen wir Kleider, rüschen uns auf und fotografieren das Ganze. Ein Freund hat es einmal mit einer kleine Manufaktur von zwei Schwestern verglichen und da stimm ich eigentlich zu. Es ist einfach etwas, was wir gerne machen- wir machen Entwürfe, suchen passende Stoffe und verarbeiten das zu Kleidung und Handtaschen. Alles von Hand. Eigentlich geht es darum, die Kleider, die man trägt, zu lieben und sich damit auseinanderzusetzen.

 

Welche Botschaft vermittelt “Lazy Sis”?

Wir machen jedes unserer Stücke nur einmal. Es sind also Unikate und ich glaube das macht die Stücke speziell, sie sind wie kleine Kunstwerke. Wir achten auch auf das kleinste Detail penibel genau. Darum sollte es sich speziell anfühlen, wenn man unsere Kleider trägt. Unsere Idee ist eigentlich, eine besondere Beziehung zwischen dem Trägenden und dem Getragenen herzustellen, eine Art von Liebe und Respekt, wir wollen Begeisterung für handgemachte Kleidung wieder aufleben lassen.

 

Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, dieses Projekt zu starten?

Schon immer war uns ein Gefühl, für das was wir tragen, wichtig. Das haben wir von unserer Mutter, die ihren Traum, Designerin zu werden, nie erfüllen konnte. Als Kind haben wir immer ihre Entwürfe ausgemalt, Muster entworfen und verschiedene Farben kombiniert. Ausserdem haben wir uns häufig und gerne verkleidet, das war ein richtiges Ritual bei uns zu Hause. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Eigentlich haben wir einfach unser heimisches Ritual “Lazy Sis” benannt. Momentan gehört auch unsere Grossmutter zu “Lazy Sis”, ihre Strickkünste sind einfach unglaublich.

 

Woher kommt der Name?

Es hat schon einige Zeit gedauert, bis wir mit einem Namen gefunden hatten, der uns wirklich gefiel. Er sollte etwas repräsentieren, was wir gemeinsam haben, aber nichts mit den Kleidern zu tun hat. Da standen wir einem ziemlich argen Problem gegenüber, denn wir realisierten wie unterschiedlich wir doch sind. Trotzdem gab es etwas, was wir beide gerne machen: Das süsse Nichtstun zu geniessen, ist für uns beide sehr wichtig, gesund und auch inspirierend. Um unsere Arbeit gut zu machen, brauchen wir ungestörten Schönheitsschlaf.

 

Wo kann man eure Kreationen kaufen?

Am einfachsten geht das über unsere Homepage. Dort kann man uns kontaktieren. Für Mädchen, die in Zürich wohnen, ist es noch einfacher. Man kann bei mir zu Hause vorbei schauen und bei einer Tasse Tee gemütlich einkaufen.

 

Zu guter Letzt: Was ist der wichtigste Trend für den Herbst und den Winter?

Eigentlich gibt es für uns drei signifikante Winterherausforderungen: Shorts, grosse Krägen und Grundfarben.

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