Kultur | 04.10.2010

Eine heisse Angelegenheit

Text von Florian Schweer | Bilder von SAMovie.
Im Sulzerareal brannte und knallte es: SAMovie drehte am Freitagabend zusammen mit acht Stuntfrauen und -männern der Schweizer Stuntcrew Kstunts. Eine Explosion mit einem Schwerverletzen stand auf dem Drehplan.
So brennt ein Stuntmann! Der Dreh wollte akribisch vorbereitet sein. Kevin Högger (links) und sein Stuntdouble Armin Sejfic. Der Drehtag setzte allen ein wenig zu.
Bild: SAMovie.

Als viele von Euch letzten Freitag ins Wochenende starteten, begann für die Crew von SAMovie erst die Arbeit. Zusammen mit der Stuntcrew Kstunts hatte man einen komplexen und materialaufwendigen Dreh in Winterthur geplant. Armin Sejfic sollte, als Stuntdouble von Kevin Högger, von einer Explosion erwischt werden und brennend aus einem Gebäude fliehen. Doch das war noch nicht alles. Er sollte dann auch brennend liegen bleiben und von einem Passanten mit einer einfachen Jeansjacke gelöscht werden.

 

Tönt gefährlich und actionreich. Für SAMovie und Kstunts bedeutet dieser Stunt jedoch vor allem viel Vorbereitung und Planung. Material musste beschafft und die Sicherheit durchdacht und geplant werden. Man legte die Kamerapositionen fest und briefte ein grosses Team für seinen Einsatz.

 

„Safety first!“

Urs Inauen war als Stuntkoordinator verantwortlich für den Ablauf. Er ging mit allen Beteiligten jeden Schritt ihrer Aufgabe durch und liess die Szene von ihnen trocken durchspielen. „Safety first!“, ist sein Motto. Denn nur so kann er einen Grossteil des Risikos aus dem Stunt nehmen. Ein kleines Restrisiko bleibt jedoch immer, aber deswegen waren ja auch die Stuntleute mit von der Partie.

 

Um 21.20 Uhr konnte es dann endlich losgehen. Alle wussten genau, was sie zu tun hatten und wie die Szene ablaufen sollte. „Kameras bereit machen!“, rief ein hochkonzentrierter Urs Inauen. „Kamera Eins, Zwei und Drei bereit!“ Und dann kam ein gewaltiger Feuerball durch die Tür geschossen und mit ihm ein brennender Armin. Er stürzte nach draussen, warf sich ins Kies und wurde mit zwei Feuerlöschern gelöscht.

 

Vier Mal musste Armin sich anzünden lassen bis alles im Kasten war. Denn die ganze Szene in einem Stück wäre dann doch etwas lange gewesen, um brennend herumzulaufen und am Boden zu liegen. Deshalb arbeitete Regisseur Samy Ebneter geschickt mit mehren Szenenschnitten, um am Schluss aus den mehreren kurzen brennenden Sessions eine lange zu kreieren.

 

Zahlreiche Schaulustige betrachteten den Dreh aus sicherer Entfernung und waren live dabei. Für euch haben wir einige Fotos angefügt, damit ihr ebenfalls Einsicht in diese spektakuläre Szene bekommt.

 

Müde, aber nicht ausgebrannt

Verletzungsfrei, aber müde, konnte Armin und die Crew von Kstunts um Mitternacht schliesslich den Nachhauseweg antreten. Für die SAMovie-Crew ging es noch bis in die frühen Morgenstunden weiter, denn da waren noch einige Aufnahmen vonnöten, um die Szene zu vervollständigen. Aber auch sie schafften es dann mit ein paar spektakulären Erinnerungen und brandheissem Material auf den Filmtapes ins Bett.