Gesellschaft | 14.09.2010

Operation: Riesendomino

Text von Adrian Mangold
Ein grosses Projekt ging am Sonntag in Untersiggenthal zu Ende. Das gemeinsam erarbeitete Riesendomino wurde um Punkt 15:00 bei der Gemeindeverwaltung Untersiggenthal angestossen und endete beim Schulhaus Unterboden in Nussbaumen, wo ein Apéro auf die müden Jugendlichen wartete.

Es war ein gigantische Projekt, welches die Jugendlichen am Donnerstag Abend im Rahmen der 72 Stunden Aktion im Untersiggenthal (AG) in Angriff nahmen. Das Ziel war eine riesige Dominostrecke von Untersiggenthal bis nach Nussbaumen. Damit man eine Vorstellung von der Distanz bekommt: Mit dem Bus sind es gut fünf Stationen, zu Fuss 45 Minuten.

 

Der erste Stein fällt

Der Startschuss fiel am Sonntag, Punkt 15 Uhr mit dem ersten Dominostein. Endlich konnten die ganzen Helferinnen und Helfer durchatmen, da das Aufstellen dieser Dominosteine in der letzten halben Stunde fast schon eine Qual war. Der Wind liess die leichten Steine nämlich immer wieder umkippen. „Leider konnten wir die Steine nicht schwerer machen, sonst hätten die Kinder Mühe beim Tragen gehabt“, sagte Wimi Wittwer, Hauptverantwortlicher des 72 Stunden Projektes in Untersiggenthal.

 

Kreative Unterbrechungen

Während der Route gab es immer wieder Passagen, wo keine Dominosteine standen. Die Begründung erzählte mir eine junge Leiterin. egen Wegen der Sciherheit und dem Verkehr konnten gewisse Passagen nicht für die Dominosteine gesperrt werden . Andernorts liesst es die Neigung einfach nicht zu. So behalf man sich mit „lebenden Dominosteinen“. Dies bedeutet, dass die Kinder Dominosteine darstellten und zum nächsten Kind rannten. So lange, bis der nächste „echte“ Dominostein wieder fallen konnte. So hatte man diese unterbrochenen Stellen sehr originell gestaltet.

 

Sponsoring durch vermietete Dominosteine

Das Projekt hatte eine Länge von rund 3,2 Kilometer. Genau 1800 Dominosteine standen auf der Route, 900 davon farbig bemalt. Doch nicht nur Zeichnungen waren auf den Steinen, sondern auch Firmenlogos. „Genau, das sind die Steine, welche von den Firmen gekauft wurden. So haben wir ein Teil des Projektes finanziert“, fügte Esther Burri an. Doch auch nach der Aktion konnte man sich einen dieser Steine für einen kleinen Geldbetrag erwerben.

 

Stärkung der Zusammenarbeit

„Was mich am meisten beeindruckt hat, war die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Jugendverbänden. Die Toleranz und der Respekt der Leiter war vorbildlich für die anderen Jugendlichen“, sagte Esther Burri, Jugendarbeiterin im Untersiggenthal. Doch auch anderes fiel ihr auf: „Es gab eigentlich nichts Negatives, nur stellte ich fest, dass die Kinder im Vergleich zur letzten 72 Stunden Aktion im 2005 deutlich weniger Sozialkompetenzen besitzen. Das finde ich äusserst schade.“ Dennoch war der ganze Anlass mit rund 80 mitwirkenden Kindern ein grosser Erfolg und stärkt weiterhin die Zusammenarbeit der verschiedenen Jugendverbänden und der Jugendarbeit im Untersiggenthal.