Gesellschaft | 10.09.2010

Motivation für zwei Projekte

Text von Jana Kilchenmann | Bilder von Jana Kilchenmann
Die Jubla Härkingen (SO) hat sich anlässlich der Aktion 72 Stunden gleich in zwei Projekte gestürzt. Sie wollen die Feuerstelle im Härkinger Wald auf Vordermann bringen, um einen Platz für Gemeinschaft und Austausch zu schaffen. Daneben sind sie daran, für Sonntag ein Fest der Kulturen zu organisieren. Tink.ch hat in Härkingen die gebündelte Energie von 42 Kinder und Jugendlichen angetroffen.
So viele Kulturen wie möglich sollen in Härkingen gemeinsam feiern. Harte Arbeit wartet an der Feuerstelle auf die Jugendlichen. Ein Dankeschön an alle Menschen, welche die Aktion unterstüzten!
Bild: Jana Kilchenmann

Das Dessert ist im Magen und die Stimmung im Speisesaal ausgelassen. “Härkingen!” unterbricht ein lauter Ruf eines Leiters die Unterhaltungen. “Got ab!”, ertönt es laut im Saal und dann ist es ruhig. Gespannt hören die Kinder und Jugendlichen den Informationen zu den nächsten Schritten zu. Das sei ihr “Aktion-72-Stunden-Schlachtruf”, der immer zum Einsatz kommt, wenn sich ein Leiter Gehör verschaffen will.

 

Härkingen steht seit dem Startschuss der Aktion 72 Stunden kopf. Drei Tage lang können die über 40 Jubla-Mitglieder ihrer Power und Kreativität freien Lauf lassen. Das liessen sie sich nicht zweimal sagen und an Schlaf war letzte Nacht natürlich nicht zu denken. Die Jubla ist im Zivilschutzkeller in Härkingen untergebracht und heute Freitag können alle von einer langen Nacht erzählen. Doch die Müdigkeit ist niemandem anzumerken. Voller Elan stürzen sich die Kinder und Jugendlichen in ihre beiden Projekte, die sie während der 72 Stunden umsetzen werden.

 

Projekt 1 – Erneuerung der Brätelstelle

Im Härkinger Wald steht eine heruntergekommene Brätelstelle, die wieder instand gestellt werden soll. Ziel ist es, einen gemütlichen Platz für alle zu schaffen. Die Steine und der Rost der alten viereckigen Feuerstelle wurden komplett abgebaut und die neuen Steine bilden nun einen Kreis. Zement soll Nachhaltigkeit garantieren. Die alte Schaukel wird durch einen Schaukel-Pneu ersetzt und die mit Moos überwachsenen Bänke und der Tisch werden abgehobelt und geschliffen. Ein grosser Kraftakt erfordert auch das Schälen eines Baumstammes, aus dem Sitzgelegenheiten am Feuer entstehen sollen.

 

Um die Feuerstelle vom daneben gelegenen Weg soll etwas abzuschirmen, stellt die Jubla einen Flechtzaun auf. Dazu tragen zwei der Leiter grosse Mengen an Weiden zur Brätelstelle, wo sie dann von allem unnötigen Zweigen befreit werden. Um dauerhaft an die Aktion 72 Stunden zu erinnern, wird gleich neben der Feuerstelle ein passendes Schild montiert. Gegen halb vier Uhr bringen die Leiter einen Zvieri vorbei, der von allen mittlerweile erschöpften Waldarbeitern dankend entgegengenommen wird. Anschliessend machen sich alle wieder an die Arbeit, es gibt noch viel zu tun bis zum Fest am Sonntag, das bei der Brätelstelle stattfinden soll.

 

Projekt 2 – Ein Fest der Kulturen

Zeitgleich zu den Arbeiten an der Feuerstelle hat sich die Jubla Härkingen noch ein zweites Projekt vorgenommen. Sie wollen ein riesiges Fest organisieren, an dem alle Kulturen vertreten sind. Dazu hat sich am Morgen eine Gruppe auf den Weg durchs Dorf gemacht und Einwohner aus anderen Ländern angefragt, ob sie Lust hätten, etwas aus ihrer Kultur am Fest zu präsentieren. Nach der Mittagspause hatten sie bereits Zusagen aus neun Nationen.

 

Eine weitere Gruppe kümmert sich um die Werbung und gestaltet Flyer mit unterschiedlichen Wappen, die im ganzen Dorf verteilt werden sollen. Am Fest soll dann auch ein Kulturmix ertönen. Eine Gruppe hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Musik aus möglichst vielen Ländern zusammen zu suchen und auf Cd-˜s zu brennen. Die Idee wäre aber auch, einige Live-Acts am Fest dabei zu haben. Um dem Ganzen noch ein wenig Farbe zu verleihen, gibt es auch eine Dekorationsgruppe, die kleine Flaggen bemalt, Globen kleistert und Perlen zu Ketten auffädelt. Es soll ein farbenfrohes Fest der Begegnung verschiedener Kulturen entstehen.

 

Grosszügige Spenden

Arbeiten macht auch hungrig. Für die Verpflegung der ganzen Jubla ist jedoch gesorgt. “Die Leute sind so spontan! Alles was wir hier an Essen oder Bastelwaren haben, wurde gespendet”, freut sich David Jäggi, einer der Jubla-Leiter. Auf einer Liste sind alle Namen von Menschen eingetragen, die etwas gegeben haben, darüber steht gross “Danke” geschrieben.

 

Der lange Tag geht bald zu Ende, die Müdigkeit steht nun allen ins Gesicht geschrieben. Trotzdem leuchten die Augen aller Jubla-Mitglieder, “Wir schaffen das”, wollen sie sagen. Und bei der Power von 42 motivierten Kinder und Jugendlichen ist das Gelingen dieses Projekts auch nicht anzuzweifeln.