Gesellschaft | 14.09.2010

Junge Malermeister

Text von Joanna Skwarek
Elena Pilotti (19), die gerade kurz vor dem Beginn des Architektur Studiums an der ETH in Zürich ist, und Matthias Schönbächler (20), Jusstudent an der Uni Luzern, sind Leiter der Aktion in Luzern und erzählen, weshalb sie die Baselstrasse neu streichen und wie sie während der Aktion ihren Bärenhunger stillen.
Tink.ch-Reporterin Joanna Skwarek besuchte die Initianten des Projektes... Fotos: Bilijana Mitrovic ... und erfuhr, wie die Idee entstanden ist.

Modewort “nachhaltig”

Für beide war es von Anfang an klar: Wenn sie bei der Aktion 72 Stunden mitmachen, wollen sie unbedingt etwas im Quartier veranstalten. Weil in jeder Beschreibung der Aktion oft und auffallend das Wort “nachhaltig” präsent war, beschlossen sie, die graue Baselstrasse farbig und freundlicher zu gestalten. “Es ist auf jeden Fall nachhaltig und wir möchten, dass die Strasse einladend wirkt”, sagt Matthias. “Uns liegt das Image der Strasse besonders am Herzen, da wir hier aufgewachsen sind”, fährt Elena fort. Um das Projekt zu realisieren, schrieben sie unzählige Mails, sammelten sämtliche Informationen und klärten vieles im Vorfeld mit der Stadtverwaltung ab. Ein erster Moment der Verzweiflung kam auf, als sie nicht die gewünschten Farben aussuchen durften. Auch realisierten sie, dass sie nicht genügend Zeit haben würden, um die ganze Strasse anzumalen. “Wir haben uns viel zu viel vorgenommen, was ein bisschen absurd gewesen ist”, bemerkt Elena. Deswegen mussten sie ihren Ehrgeiz zurückschrauben, doch Engagement und Willen blieben. “Für den Anfang ist es ok, jedoch wollen wir weiter die Strasse verschönern und vor allem die ansässigen Unternehmen zu weiteren Sanierungsaktionen anregen, eben ein Zeichen setzen”, ergänzt Matthias.

 

Statt Dummheiten im Kopf, Pinsel im Topf

Die Möglichkeit, alleine etwas auf die Beine zu stellen, hinterlässt ein sehr gutes Gefühl. Wenn man die Clique beobachtet, hat man den Eindruck, dass das Zusammenarbeiten Freude bereitet und dass die Maler und Malerinnen miteinander gut auskommen. Obwohl es auch spassige Jungs gibt. Die Mädchen kommentieren das Verhalten der Jungs mit den Worten: “Mit Dummheiten kann man aber nicht malen.” Ansonsten herrscht eine friedliche Zusammenarbeit.

 

Unterstützung allerseits

“Wir sind auch den Firmen luzernermaler, Bosshard und Lawil Gerüstbau, sowie dem Verein BaBel sehr dankbar, dass sie uns mit Infrastruktur und kostenlosen Dienstleistungen unterstützen”, fügt Elena an. Verhungern mussten die jungen Maler an diesen Tagen bestimmt nicht, denn die Restaurants Crazy Kaktus und Reussfähre luden sie zu kostenlosem Essen und Trinken ein. Auch der Coiffeur gab Pizza aus und der Kebab-Laden selbstverständlich Kebab. Dass es im Büro des Vereins BaBel auch ständig was zu futtern gab, sei ebenfalls erwähnt.