Gesellschaft | 12.09.2010

Ein Pfadihotel mit fünf Sternen

Eine Pfahlbauersiedlung mit einer Prise Villa Kunterbunt: In Ballwil ist ein "Fünf-Sterne-Pfadihotel" entstanden. Wie schläft es sich dort?
Sonnenuntergang über den Zeltspitzen.
Bild: Sara Lisa Schäubli

Ein Pfadihotel mit selbst ernannten fünf Sternen baute die Pfadi Ballwil im Rahmen der 72 Stunden Aktion in Baubu. Der Slogan „All inscoutive“ verspricht nicht zu viel. Beim Aufenthalt ist alles inklusive: Essen im Freiluftrestaurant, Getränke in der gemütlichen Lounge sowie Übernachtung im alternativen Hotel. Und das mit einer ordentlichen Portion Pfadi.

 

Aus viel Holz und Blachen ist ein besonderer Hochbau entstanden. Das Pfadihotel erinnert an eine kleine Pfahlbauersiedlung gekreuzt mit einer Prise Villa Kunterbunt. Im Erdgeschoss befindet sich die Bar mit Lounge, auf der ersten Etage stehen fünf Zelte für die Hotelgäste und in der zweiten Etage ist die Suite für die zwei glücklichen Gewinner der Verlosung. Vor allem durch die detailgetreue Dekoration wird die Stimmung einer Ferienburg inmitten von biederen Einfamilienhäusern vermittelt.

 

Die Entstehung der Idee

„Wir bauen gerne“, sagt Dominik Büeler alias Black, Verantwortlicher des Organisationskomitees und selber langjähriger Pfadi in Ballwil. Durch diese Leidenschaft und einen kleinen Gedankenanstoss aus einer befreundeten Pfadi ist die Idee des Pfadihotels entstanden. Mit Erfolg, wie sich zeigt: etwas mehr als 100 Leute, davon 26 Hotelgäste, tummeln sich auf dem Gelände im und um das Pfadihotel. Jeder davon mit einem Lächeln und anerkennendem Nicken auf dem Gesicht.

 

Stimmen zum Hotel

Lisbeth checkt ebenfalls für eine Nacht im Pfadihotel ein. Ihre sieben Nichten und Neffen, die in der Pfadi Ballwil sind, haben sie zu diesem Abenteuer überzeugt. Prompt gewinnt sie mit ihrer Freundin Edith den Platz in der liebevoll dekorierten Suite. «Das Essen war extrem fein, aber bei Gesang vom Lagerfeuer einschlafen war das schönste«, erzählt Lisbeth am Sonntagmorgen.

 

Dominik Büeler zieht ein positives Fazit: „Alles ist reibungslos verlaufen.“

 

Leider ist die Freude am Hotel aus Holz eine kurze. Bereits morgen müssen die Pfadis mit dem Abriss beginnen.