Gesellschaft | 11.09.2010

Der heisse Draht

«Sushila, Aktion 72 Stunden.« So oder ähnlich tönt es, wenn die ehrenamtlichen Callagents das Telefon abnehmen. Sie steuern so ihren Teil dazu bei, die Schweiz in 72 Stunden auf den Kopf zu stellen.
Sushila (24) ist eine von vielen freiwilligen Callagents im Call-Center in Bern. Matthias Strasser

Angenommen, eine Pfadi aus dem Kanton Thurgau braucht 200 Meter Besenstiele für das längste Schlangenbrot der Welt. Entweder fragt sie eine Besenfabrik an – oder sie wählt 0800 72 72 24, die Gratisnummer zum Callcenter in Bern.

 

Den Hörer nehmen die “Helfer in der Not” ab. Die rund 50 Telefonistinnen und Telefonisten sind in der Hauptzentrale der Aktion 72 Stunden an der Genfergasse 14 in Bern untergebracht. Auch die 24-jährige Sushila steht dort im Einsatz, um zwischen Teilnehmern und Bevölkerung zu vermitteln.

 

Suchen nach Besuchern

Eine Gruppe sucht zum Beispiel einen Brunch, während jemand einer Gruppe zehn Kilogramm Spaghetti schenken möchte. “Gestern suchte eine Gruppe drei Tonnen Zement”, sagt Sushila. Am begehrtesten sind Nahrungsmittel – egal, ob Zwischenverpflegung oder Abendessen für 50 Teilnehmende. Und immer wieder suchen Gruppen auch einfach Gäste, die ihre Projekte besuchen.

 

Von ihrem Tisch aus sieht Sushila auf einen Bildschirm, der am Kopf des Callcenters angebracht ist. “Erfolgsmeldung”, wird dort angezeigt. Und weiter: “Die Gruppe der Jubla hat einen Bagger gefunden, jetzt wird noch ein Camion gesucht, um den Bagger zu transportieren.”

 

Schnell wird klar: Es läuft etwas im Callcenter. Wenn die Callagents Hilferufe entgegen genommen haben, suchen sie entweder direkt nach Lösungen oder sie schalten auf der Hompage der Aktion 72 Stunden einen Hilferuf auf. Dort stehen dann Dinge, wie: “Elephant gesucht – Pfadiabteilung Laufen braucht für ihren Zirkus: Elephant oder andere Zirkustiere; roter Teppich mit goldenem Geländer.”

 

Wer Hilfe anbieten will, kann anrufen. Die Telefone sind von sieben Uhr morgens bis zehn Uhr abends besetzt. Geantwortet wird in Deutsch, Französisch und Italienisch.