Gesellschaft | 09.09.2010

Blaue Ballone und grosser Einsatz

25'000 Kinder, 72 Stunden und ein Ziel: Mit viel Energie und vereinten Kräften die komplette Schweiz in nur drei Tagen auf den Kopf stellen. Unterstützt werden sie dabei unter anderem von der höchsten Schweizerin, Pascale Bruderer.
Gemeinsam mit Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer starten die Berner Kinder und Jugendlichen in die Aktion 72 Stunden.
Bild: Corina Fuhrer Noch wissen die Teilnehmenden nicht, was sie in den nächsten 72 Stunden erwartet. Und schliesslich, um genau 18:11 Uhr, steigen unzählige Ballone in die Höhe, hinaus in die Schweiz. Bilder. Corina Fuhrer

Wer heute am frühen Abend das Münster besuchte, den erwartete ein ungewöhnliches Bild. Um genau 18:11 Uhr stiegen unzählige hellblaue Ballone der Spitze des Berner Wahrzeichens entgegen, raus aus der Stadt, hinaus in die ganze Schweiz. Jeder dieser Ballone steht symbolisch für die Kinder oder Jugendlichen, welche ihre kommenden 72 Stunden ganz in den Dienst des Allgemeinwohls stellen werden. Am offiziellen Eröffnungsanlass auf dem Münsterplatz in Bern startet Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer zusammen mit den vielen, gespannten Mitwirkenden in dieses Abenteuer. In ihrer Rede hält sie fest, dass jährlich rund eine Million Stunden ehrenamtliche Arbeit von jungen Menschen verrichtet wird, ohne dass dies von der Öffentlichkeit wirklich bemerkt wird. Killergames, Suchtprobleme, Gewalt – der Grundtenor in den Medien ist oftmals negativ. „Doch es gibt auch sehr viele positive Gründe, um über das Engagement der jungen Leute zu berichten. Und die nächsten 72 Stunden werden zeigen, wie gross dieses Engagement ist“, so Bruderer.

 

Erst jetzt erfahren die Teilnehmer und Teilnehmerinnen von den jeweiligen Gruppenleitern, was ihre Aufgabe für die nächsten drei Tage sein wird. Die Pfadi Falkenstein aus Köniz zum Beispiel wird den ganzen Freitag und den Samstag damit verbringen, Verkaufsgegenstände für einen Flohmarkt zu sammeln. Dieser findet am Sonntag statt und der Erlös kommt den Pfadfindern aus Rumänien zu Gute. Dass die gleichaltrigen Kinder aus dem fremden Land sich nicht einmal Zelte leisten können, um darin zu übernachten, macht die Kinder nachdenklich und regt noch stärker zum Helfen an. Die Pfadi aus Ostermundigen lanciert das Projekt „rent a scout“. Rund 90 Kinder sind bereit, in den nächsten 72 Stunden der umliegenden Bevölkerung beim Keller Ausräumen, Rasen Mähen oder Estrich Entrümpeln zur Hand zu gehen.

 

„25’000 Kinder und Jugendliche werden in den kommenden 72 Stunden im Einsatz stehen. Ganz unterschiedliche Menschen, mit unterschiedlicher Herkunft, mit oder ohne Behinderung, mit verschiedenen Religionen. Doch alle verfolgen sie dasselbe Ziel: Sie sind motiviert und haben Freude, sich einzusetzen für ein gutes Projekt, und für ein harmonisches Zusammenleben in der Schweiz.“ Mit diesen Worten von Pascale Bruderer geht der Eröffnungsanlass zu Ende. Doch für die kleinen, hellblauen Helfer aus der ganzen Schweiz bedeutet dies der Start in ein anstrengendes, aber hoffentlich lehrreiches, aussergewöhnliches und packendes Wochenende.

 

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