Kultur | 02.08.2010

“Wir sind eher Outsider”

Text von Martin Sigrist | Bilder von Martin Sigrist
Anfang Jahr haben die drei Jungs der nordirischen Band Two Door Cinema Club ihr Debut-Album veröffentlicht. Tink.ch traf den Sänger Alex Trimble und den Bassisten Kevin Baird am Melt Fetival bei 35 Grad im Schatten und sprach mit ihnen über Hitze, Herkunft und Hype.
Kevin Baird (links) und Alex Trimble (rechts).
Bild: Martin Sigrist

Wie geht’s euch?

Kevin Baird: Sehr gut, es ist sehr sehr warm.

Alex Trimble: Aber wir freuen uns.

 

Was macht ihr, wenn’s euch zu heiss wird auf der Bühne?

Alex: Wir trinken viel Wasser.

Kevin: Wir haben schon unsere Shirts ausgezogen, das hat kurz geholfen, aber eben nicht wirklich. Auf den Bühnen fühlt es sich teilweise an wie ein einem Gewächshaus. Als wir dann so oben ohne da standen, gab’s trotzdem keine Reaktion vom Publikum. Das war hart.

 

Heute ist es besonders wichtig, woher Bands stammen. Ihr kommt aus Nordirland. Findet ihr das entscheidend?

Alex: Ich weiss nicht, ob das für unsere Musik entscheidend ist. Als wir dort anfingen, waren wir getrennt von all den anderen Bands in Grossbritannien. Wir waren an einem kleinen Ort, separiert von der restlichen Szene. Das machte uns wohl anders.

Kevin: Andere Bands wurden vielleicht eher zum Mainstream, weil sie näher an der grossen Szene waren. Wir sind eher Outsider, ich mag das.

 

Ihr werdet als Hype-Band bezeichnet.

Alex: Ja, vielleicht, es gibt also bei uns doch eine Veränderung zum Mainstream. Die Presse hat uns zum Hype gemacht. Aber wir denken, dass unser Album gut genug ist, um das zu unterstützen. Wir haben hart daran gearbeitet, bereits vorher, als uns noch niemand gekannt hat. Als Hype-Band bezeichnet zu werden, stört uns aber nicht, denn wir wissen, dass auch etwas dahinter steckt.

 

Ihr habt ja einen guten Start vor eurem Album gehabt. Ihr wart unter anderem auf einer Compilation des französischen Labels Kitsuné. Das hat sicherlich geholfen.

Alex: Ja, definitiv, das war unsere erste richtige Single, vor zwei Jahren.

Kevin: Das war unsere Plattform zum europäischen Festland: Frankreich, Deutschland, die Schweiz und so weiter. Das hat uns geholfen, früher dahin zu kommen, um dort zu touren, ohne überhaupt ein Album veröffentlicht zu haben.

 

Wie hat das geklappt, bei Kitsuné unterzukommen?

Alex: Glück, und sie mochten unsere Musik. Dann haben sie uns gefragt,

Kevin: Es gibt keine Formel. Es war nicht unser grosser Plan, auf diese Platte zu kommen, dass wir wirklich dafür gearbeitet hätten. Aber die mochten unsere Musik, der Rest war wirklich Glück. So geht’s ja immer: Mach gute Musik und hoffentlich hört jemand davon.

 

Ihr hattet noch weitere Hilfen bei eurem Start. Kanye West hatte euch auf seiner Website drauf.

Alex: Ja, das war komisch. Die Leute von Kitsuné sind gute Freunde von Daft Punk, die wiederum sind gute Freunde von Kanye West. So hat er von uns erfahren, es hat ihm anscheinend gefallen und wir sind auf seine Website gelangt.

Kevn: Er hat nur einen Link zu unserem Video in seinen Blog gestellt. Es ist schon cool, dass er sich für uns interessiert. Darauf gab’s viele Reaktionen, das hat sicherlich auch geholfen bei unserem Start.

 

Dann habt ihr eurer Album veröffentlicht. Es ist sehr kurz geworden, gute 32 Minuten.

Alex: Wir wollten nur die besten Songs darauf haben. Dazu haben wir zehn Songs ausgewählt. Wir wollten ein Album, worauf wir wirklich einhundertprozentig stolz und zufrieden sein konnten. Wir hätten noch mehr Songs gehabt, aber wir wollten, dass alle wirklich gut sind.

 

In einer französischen TV-Show hat sich der Moderator über euer Alter lustig gemacht. Ihr seid gerade mal 20.

Kevin: Ja, das haben wir nicht vergessen.

Alex: Wegen unserem Alter nimmt man uns teilweise nicht ernst. Ich weiss einfach nicht warum. Wir sind ja zumindest volljährig. Na ja, wen interessiert’s.

 

Ihr wart mit Metronomy und AutoKratz auf Tour, das klingt musikalisch nicht besonders naheliegend.

Alex: Wir sind grosse Fans von Metronomy. Sie haben uns angefragt, wir haben zugesagt. Wir sind mit, weil wir ihre Musik sehr mögen.

Kkevin: Wir sind sehr unterschiedliche Bands, aber damals waren wir irgendwie auch ähnlich, haben beide mit Laptop-Drums gespielt. Es war eine tolle Erfahrung, mit Leuten zu touren, die wir wirklich mögen.

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