Kultur | 09.08.2010

Vier überraschende Festival-Argumente

Vor einer Woche ging das 18. Blue Balls Festival in Luzern zu Ende. Mit circa 100.000 Besuchern und 100 Events während neun Tagen, rund um das Luzerner Becken des Vierwaldstättersees war es ein erfolgreiches Festival.
Neben der musikalischen Unterhaltung gab es auch zahlreiche andere Möglichkeiten das Festival zu geniessen.
Bild: Joanna Skwarek 90 Minuten hatten die Artisten Zeit um beim Wettbewerb ein Plakat zu gestalten. Während des Festivals herrschte eine friedliche Stimmung rund um das Luzerner Becken des Vierwaldstättersees. Am Blue Balls Festival muss man sich nicht verabreden, man findet sich so oder so. Swatch MTV Playground veranstaltete einen Wettbewerb und verloste eine Swatch Uhrenkollektion.

Alle Blue Balls Festival-Besucher fanden bestimmt etwas Gutes für die Ohren, etwas Schmackhaftes für den Appetit und etwas Eindrucksvolles für die Augen. Im Vordergrund stand selbstverständlich die Musik. Coole Bands, gute Sängerinnen und Sänger, bekannte Musiker sorgten für gute Stimmung und schnelleres Herzklopfen, wie zum Beispiel James Morrison beim weiblichen Publikum. “Er ist einfach fantastisch”, hört man die Eindrücke nach dem Konzert. James Morrisons Lieder prägten das Festival im Herzen der Schweiz schon zum zweiten Mal und kamen beim Publikum sehr gut an.

 

Zum ersten Mal wurde an den späteren Abenden Kunst im Rahmen von Swatch MTV Playground gezeigt. Junge Artisten hatten 90 Minuten Zeit, um ein Plakat auf der Bühne zu erstellen. Anschliessend erhielt der vom Publikum gewählte Gewinner die Swatch Uhrenkollektion.

 

Was aber das Festival jedes Jahr besonders appetitlich macht, sind die zahlreichen Essstände mit kulinarischen Spezialitäten. Feines Essen aus aller Welt gehört bereits zur Tradition des Festivals und gibt den ersten Takt für einen tollen Festivalabend. Daran beobachtet man bereits eine der Blue Balls Tendenzen. Zum “Znacht” kommt man gerne an die Blue Balls Stände und das nicht nur ein- oder zweimal, sondern gleich die ganze Woche lang. Heute mexikanisches, morgen griechisches, übermorgen asiatisches Essen, das übrigens zum Beliebtesten gehört.

 

Zweitens muss man sich gar nicht verabreden. Man kommt einfach und trifft sowieso auf Freunde, Kollegen, Bekannte, die man lange nicht gesehen hat, die man gerade gestern am Blue Balls sah oder die man jedes Jahr nur am Festival trifft. Dazu hört man oft den Spruch: “eh Lozärn esch so chli”. Es gibt auch “BB-Fans”, die jedes Jahr extra eine Woche frei nehmen, um die Konzerte zu besuchen und jeden Abend bis spät in die Nacht zu geniessen. “Luzern ist im Sommer besonders schön, man muss nicht immer weg und bestimmt nicht während dem Blue Ball”, erzählt Martin, der jährlich Blue Balls-Ferien macht.

 

Drittens: Während den Konzerten wird telefoniert: Hm, wie geht das denn? Die Neigung ist vor allem bei den Pärchen zu beobachten. Man ruft den Freund oder die Freundin an, um ein Lied gemeinsam per Handy zu erleben. Ist das vielleicht die neue Art Romantik von heute?

 

Viertens: Im Anschluss führt der Weg vom Pavillon oder KKL zum Hotel Schweizerhof, wo jeden Abend eine Party mit Live-Musik stattfindet. Dort wird noch bis spät in die Nacht gefeiert, getanzt und diskutiert.

 

Nach dem Festival bleiben Erinnerungen und füllen Facebook-Pinnwände mit neuen Einträgen und Gruppen, wie “Sweeeeet Lozärner Blue balls – good times never seemed so good :-)” oder “Dreaming of Everlast music last night at Blue Balls Festival – WOW amazing!” Natürlich gehen auch Blue Balls-Bekanntschaften hervor, die ebenfalls gleich auf Facebook gefestigt werden.

 

Mit den Jahren hat sich ein richtiger Blue Balls Lifestyle entwickelt, der jeden Sommer erneut in Luzern ausgelebt wird.