Kultur | 16.08.2010

Vier Helden wieder am Start

Zwischen neuen, melancholisch angehauchten Songs und den grossen Hits war vor allem der Spass der vier deutschen Musiker zu spüren. Wir Sind Helden absolvierten trotz kleiner Pannen einen durchaus zauberhaften Tourauftakt im österreichischen Feldkirch.
Judith Holofernes und ihre Helden sind zurück.
Bild: Stephanie Sonderegger

Leicht tänzelnd und sichtlich nervös stürmten am vergangenen Dienstagabend vier bekannte Gesichter die Bühne des Poolbar Festivals in Feldkirch (A). Die Gesichter gehören der Band Wir Sind Helden, deren Durchbruch vor sieben Jahren mit der Single „Guten Tag“ gelang. In der Schweiz kannte man sie spätestens nach dem Gute-Laune-Song „Aurélie“. Auf das erste Erfolgsalbum „Die Reklamation“ folgten zwei weitere Alben, genannt „Von hier an blind“ und „Soundso“, beide mindestens genauso erfolgreich. Doch auch Helden werden älter, brauchen Zeit für sich selber, für Konzertbesuche, entspanntes Musikhören, vor allem aber für ihre Familien.

 

So gründete Frontfrau Judith Holofernes zusammen mit Schlagzeuger Pola Roy in den letzten Jahren eine kleine Familie mit zwei Kindern. Nebenbei wurde dennoch musiziert, selbstverständlich nicht nur zu zweit, sondern mit der ganzen Band. Und die zweijährige Pause hat sich gelohnt.

 

Denn trotz merkbarer Nervosität und einiger kleinen Pannen überwog der Spass der Band auf der Bühne, welcher sich auf das gesamte Publikum ausbreitete. Es wurde getanzt, gehüpft und gesprungen, gleichzeitig aber auch mit grossen Augen die in schwarzem Kleidchen auftretende Sängerin beobachtet, wie sie die Schwere und Tiefe der melancholischen Songs in einer so zauberhaften Weise rüberbringen konnte, dass es manchmal schwer fiel zu atmen. Gerade neue Songs wie „Alles“ und „Bring mich nach Hause“ bescherten Gänsehautfeeling pur. Nicht vergessen waren aber auch die grossen Hits: Bei „Denkmal“ grölte das ganze Publikum mit, während bei „Nur ein Wort“ grosse O’s mit den Armen geformt wurden. Die Band schien mit ihrem Auftritt mehr als glücklich. „Wenn das so anfängt, können wir uns ja auf die nächsten sechs Monate freuen!“, so Judith mit einem strahlenden Lächeln.

 

Nach fast zwei Stunden neuer und altbekannter Songs war das Publikum mindestens genauso durchgeschwitzt wie die vier Helden mit ihren zwei Gastmusikern. Aber das durfte wohl niemanden gestört haben, schliesslich war es ein absolut schöner musikalischer Abend, der eine gewisse Vorfreude auf die Veröffentlichung des neuen Albums hervorruft. Passend dazu trägt es den Titel „Bring mich nach Hause“.