Politik | 30.08.2010

Stimmen Europas

Text von Luzia Tschirky | Bilder von Luzia Tschirky
In Schweden gibt es Regionen, in denen mehr Elche wohnen als Menschen. Olov Oskarsson kommt aus einer solchen Region. Als Präsident der AER Youth Regional Network schaut Olov Oscarsson aber weit über die Baumwipfel der schwedischen Wälder hinaus. Auch nach Rorschach am Bodensee.
Schweden zu Besuch in Rorschach. Olov Oskarsson kommt gern an den Bodensee.
Bild: Luzia Tschirky

Stimme der Regionen

Vor einigen Jahren wurde Olov Oscarsson auf die Organisation AER Youth Regional Network zufällig aufmerksam. Das AER Youth Regional Network ist die Jugendabteilung der AER. Hauptziel der AER ist der Austausch zwischen den Regionen Europas. In diesem Jahr konnte die Organisation ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Der Name der Organisation ist nicht weitherum bekannt, allerdings unverdientermassen, denn die AER hat mehr Mitglieder als die Europäische Union. Hinter den drei Buchstaben AER stecken die Worte “Assembly for European Regions”. Die 270 Regionen aus insgesamt 33 Ländern bekommen mit der Organisation eine Stimme in Europa. Für die Schweiz ist die AER eine grosse Chance, in Europa gehört zu werden, ohne Mitglied der Europäischen Union zu sein. Deswegen sind auch fast alle Schweizer Kantone Mitglied der AER. Unter den Mitgliedern sind auch die beiden Ostschweizer Kantone St. Gallen und Thurgau.

 

Besuch am Bodensee

In der vergangenen Woche haben St. Gallen und Thurgau die Summer School der AER beherbergt. Seit fünfzehn Jahren organisiert die AER eine Sommeruniversität. An fünf Tagen haben sich Vertreter der Regionen Europas in Rorschach und Arbon am Bodensee zum Thema Mobilität ausgetauscht. Im Rahmen der jährlichen Summer School der AER findet das Youth Embassador Project statt. Jede Region hat die Möglichkeit einen  “Youth Embassadors” zu ernennen. Die Jugendlichen stellen an der Sommeruniversität ihre regionalen Projekte vor, die einen Zusammenhang aufweisen zum Thema der Sommeruniversität. Das effektivste und orginellste Projekt wird am Ende der Sommeruniversität ausgezeichnet.

 

Junge Vertretung

Der Austausch ist das Wichtigste für die Jugendlichen. Auch wenn die Regionen unterschiedlicher nicht sein könnten, so sind die Erfahrungen trotzdem vergleichbar. Die Jugendplattform ist deutlich jünger als ihre Mutterorganisation. Das junge Alter der Organisation sei der Grund, weswegen die Abläufe nicht festgefahren seien, meint der Präsident der AER Youth Regional Network Olov Oscarsson. Dem Schweden gefällt es sehr in Rorschach am Bodensee, nicht nur wegen den offenen Diskussionen, sondern auch der Bodensee und der Kanton Thurgau haben es dem Ethikstudenten angetan.

 

Offen für alle

Die meisten Teilnehmenden sind zwischen 18 und 25 Jahren alt, obwohl die Altersbeschränkung bei 30 Jahren liegt. Ein Grossteil der Jugendlichen war schon vor der Teilnahme  als “Youth Embassador” in der Heimatregion politisch aktiv. Die Organisation möchte grundsätzlich alle jungen und regional engagierten Menschen ansprechen. Aber das AER Youth Regional Network scheitert oftmals an den gesellschaftlichen Grenzen. Bildungsferne Jugendliche anzusprechen, werde auch in Zukunft die grösste Herausforderung bleiben, meint Olov Oscarsson. Er ist aber sehr zufrieden mit dem, was die Organisation bis heute erreicht hat. Auch wenn die jugendlichen Vertreter nicht die Entscheidungsträger Europas seien, so könnten auch junge Leute etwas in Europa verändern, meint Olov Oscarsson überzeugt.

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