Kultur | 16.08.2010

Klee trifft Picasso

Jeder kennt sie wohl, die drei wellenförmigen Häuser entlang der Autobahn A6 in Bern. Im Innern dieser vom berühmten Architekten Renzo Piano entworfenen Häuser des Zentrum Paul Klee befindet sich noch bis zum 26. September die Sonderausstellung "Klee trifft Picasso".
Das Zentrum Paul Klee in Bern beherbergt die Austellung "Klee trifft Picasso".
Bild: Iris Josi Paul Klee: "Verfluchende Frau", 1939 Pablo Picasso: "La femme qui pleure", 1937
Fotos: Zentrum Paul Klee

Ungefähr 180 Werke werden in der Sonderausstellung “Klee trifft Picasso” im Zentrum Paul Klee gezeigt. Sie stammen allesamt aus Museen und Privatsammlungen.

 

Die Ausstellung beginnt mit den ersten Werken der beiden Künstler des 20. Jahrhunderts. Der junge Picasso zeigte schon sehr früh sein künstlerisches Talent, während Klee erst später nach einer Musikkarriere zum Malen stiess. So sind die ersten Werke der beiden Künstler auch verschieden. Picasso zeichnete und malte eher gegenständlich, was auch nicht zuletzt auf seine Ausbildung an der Kunstakademie in Barcelona zurückzuführen ist, die er bereits mit 14 Jahren begann. Klee hingegen zeigte schon in seinen ersten Werken die grosse Fantasie, die er besass.

 

Ähnlich und trotzdem eigen

Die beiden Künstler lebten in der gleichen Zeit, wurden von den gleichen geschichtlichen, künstlerischen und gesellschaftlichen Umständen beeinflusst und trafen einander auch zweimal. So ist es naheliegend, dass sich ihre Art zu malen glich. Dies wird mit dem Verlauf der Ausstellung immer deutlicher. Dem aufmerksamen Besucher fällt das eine oder andere Detail auf, welches sich sowohl in einem Gemälde von Klee, wie auch in einem Gemälde von Picasso wiederfindet. So findet man zum Beispiel sowohl in einem Bild von Picasso, wie auch in einem Bild von Klee die gleiche Art, Tränen einer Frau zu malen. Hier stellt sich unweigerlich die Frage, wie das kommt. Hatten die beiden Künstler aus zeitgeschichtlichen Gründen die gleichen Ideen, liessen sie sich jeweils vom anderen inspirieren und wählten das gleiche Sujet? Malten sie einander ab oder war es bloss Zufall? Trotz dieser Ähnlichkeit der Sujets haben die Werke der beiden Künstler ihre ganz persönlichen Noten. Beide Künstler entwickelten ihren eigenen und für sie charakteristischen Stil, welchen sie in ihren Werken jeweils wiedergaben.

 

Unterschiedliche Werke, unterschiedliche Besucher

Die Ausstellung “Klee trifft Picasso” bietet ein breites Spektrum von Bildern. Sie reicht von realitätsgetreuen, gegenständlichen Werken bis hin zu abstrakten Gemälden, in denen es dem Betrachter selbst überlassen ist, was er darin sieht. So liegt es auch auf der Hand, dass die Besucher der Sonderausstellung unterschiedlicher nicht sein könnten. Vom Kleinkind, Tourist, Künstler bis hin zu kunstinteressierten Jugendlichen und Erwachsenen ist alles anzutreffen. Auch das eine oder andere Gespräch entsteht zwischen diesen Personengruppen. Das Zentrum Paul Klee ist also nicht nur ein Ausstellungsraum für Werke von Künstlern, sondern auch Treffpunkt für Jung und Alt.