Kultur | 30.08.2010

Keine Geld-zurück-Garantie

Die Toten Hosen. Auf den Bandnamen muss man erst mal kommen. Aber wie? Was Fans schon immer mal von der deutschen Punkrockband wissen wollten, das hat Tink.ch den Bassisten Andi am Openair Gampel gefragt.
"Der letzte Fisch" zu Papier gebracht von Andi. Die Tink.ch-Reporter Nick Egloff und Fabian Küng mit Toten Hosen-Bassist Andi, in angemessen punkigem Tenue.

Wie habt ihr euch als Band gefunden? Seid ihr zur selben Schule gegangen?

Andi: Campino und ich kennen uns schon seit der Kindheit, sind jedoch nicht zusammen zur Schule gegangen. Breiti und Campino kennen sich aus der Schule, sie waren Pultnachbarn. Kuddel spielte bereits bei “ZK” und war damals eigentlich der einzige, der ein Instrument bereits komplett beherrschte.

 

Ihr spielt heute meistens vor mindestens 20’000 Leuten. Wie viele Besucher kamen an euren allerersten Auftritt?

An unseren ersten Auftritt 1982 im Bremer Schlachthof kamen etwa 100 Leute. Wir traten aber als “Die Toten Hasen” auf, weil der Veranstalter am Telefon den Namen nicht richtig verstanden hatte. Er dachte wohl, es wäre ein “Spassname”, weil das Konzert an Ostern stattfand. Aber auch heute treten wir noch sehr gerne und oft in kleinen Lokalen auf, wie gerade vor ein paar Tagen in einer Kneipe vor etwa 200 Leuten. Diese Konzerte sind einfach viel intimer als die grossen, man kann auch mit den Besuchern etwas trinken und quatschen. Auf der anderen Seite ist es etwas ganz Besonderes, wenn auf einem großen Konzert ein paar tausend Leute in Feierlaune sind.

 

Seid ihr immer noch echte Punks? Lebt ihr den Punk noch?

Der Begriff Punk ist meiner Meinung nach relativ. Frag’ heute zehn Leute, was Punk ist, und du wirst zehn verschiedene Antworten erhalten. Ich persönlich ziehe einfach alles so durch, dass ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann.

 

Ihr habt sehr viele jugendliche Fans. Fühlt ihr euch verantwortlich? Wollt ihr mit euren Texten den Jungen etwas vermitteln?

Wir wollen eigentlich gar keine Verantwortlichkeit übernehmen. Wir möchten eher zeigen, wo wir stehen und unsere Sicht der Dinge erzählen.

 

Wo steht die Beziehung zwischen den Toten Hosen und den “Ärzten”?

Früher waren wir ziemlich gute Kumpels. Danach haben wir uns sehr zerstritten, doch heute ist das alles vergessen und wir verstehen uns gut. Wenn Bela hier in Gampel wäre, würde ich jetzt mit ihm im Backstagebereich einen Kaffee trinken.

 

Warum nennt ihr euch eigentlich “Die Toten Hosen”?

Der Name hat einen sehr einfachen Grund: In unseren Anfangstagen sollten die Leuten keine allzu grossen Erwartungen in uns haben. So hätten sie das Geld (nach einer Enttäuschung, Anm. d. Red.) auch nicht zurückverlangen können (lacht).

 

Was war das Peinlichste, was dir jemals auf der Bühne passiert ist?

(denkt lange nach) Es gibt eigentlich sehr wenige peinliche Erlebnisse. Aber eins war besonders peinlich: Wir wurden damals von U2 als Vorband eingeladen. Ich hatte am Vorabend ein bisschen zu lange gefeiert und plötzlich wurde mir sehr schlecht auf der Bühne – ich musste mich vor dem Monitormischer von U2 übergeben, der zufällig am Bühnenrand stand.

 

Für Insider: Wie seid ihr auf den “Nasenflöten-Mann” gestossen?

Er ist mein “Roadie Noppa” und schon sehr lange mit uns auf Tour. Dass er beim Lied “Sascha” die Nasenflöte spielt, hat sich eher zufällig ergeben und ist sozusagen sein Nebenjob.

 

Wann darf man mit einem neuen Album rechnen?

Für das neue Album wollen wir uns sehr viel Zeit nehmen, da wir natürlich immer die bestmögliche Platte produzieren wollen. Wir haben jedoch bereits damit angefangen und werden uns wohl schon bald ins Studio zurückziehen, um die ersten Songs aufzunehmen.

 

Was fällt dir zu den folgenden Stichworten spontan ein:

 

Lieblingszimmer?

Schlafzimmer

 

Lieblingswort?

Liebe

 

Lieblingsfestival?

Gampel, Rock am Ring und Sziget.

 

Orte, wo ihr Texte schreibt?

Campino schreibt eigentlich überall.

 

Was für ein Tier wärst du?

Ein Löwe, weil er nur faul herumliegen kann.

 

Welche Frucht wärst du?

Ein Apfel, weil ich Äpfel sehr mag.

 

Wenn du ein Regentropfen wärst, wo würdest du landen?

In einem gemütlichen See.

 

Faschismus?

Heute leider immer noch aktuell.

 

Schweiz?

Ein sehr schönes Land.

 

Fussball?

Die beste Nebensache der Welt.

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