Kultur | 29.08.2010

“Je mehr ich schreibe, desto wichtiger wird es”

Text von Jana Kilchemann | Bilder von Rahel Joss
Als 2007 der zweite Preis für junge Literatur verliehen wurde, war Rahel Joss aus Boningen unter den Gewinnern. Dieses Jahr hat sie die Kanti abgeschlossen und freut sich auf das Studium. Für Tink.ch erinnert sie sich noch einmal zurück an die Preisverleihung und wie es von dort an weiterging.
Rahel Joss auf der Abschlussreise in Kroatien.
Bild: Rahel Joss

Wie ging es dir, als du den Preis in den Händen hieltest?

Rahel Joss: Zuerst war ich natürlich sehr überrascht. Meine Geschichte war eine Über-Mittag-Kanti-Produktion die ich innerhalb von zehn Minuten fertiggestellt hatte. Deshalb denke ich, dass ich einfach Glück hatte.

 

Wie ging es danach weiter?

Ich war überrascht, wie gross die Auswirkung war. Immer wieder wurde ich darauf angesprochen, noch lange nach der Preisverleihung. Ich wurde auch immer wieder angefragt an anderen Wettbewerben oder Ähnlichem teilzunehmen. Mittlerweile habe ich die Matura in der Tasche und werde bald Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Germanistik studieren.

 

Wie wichtig war dir das Schreiben vor dem Wettbewerb? Wie hat sich das verändert?

Ich merke, je mehr ich schreibe, desto wichtiger wird es mir. Mit der Übung ist auch die Ausdrucksweise besser geworden. Meine Geschichten veröffentliche ich nicht, ich gebe sie jedoch einem guten Freund zum Lesen. Mein Ziel ist es, einmal eine längere Geschichte wirklich bis zum Ende zu schreiben. Das fällt mir schwer, da ich eine Perfektionistin bin, was meine Texte angeht.

 

Was hast du neben dem Schreiben für Hobbies?

Früher habe ich Ballet getanzt, dann Jazz und nebenbei habe ich noch Unihockey gespielt. Mit Ballet möchte ich bald wieder beginnen, denn ich brauche einen körperlichen Ausgleich und beim Tanzen kann ich gut abschalten. Ich spiele auch noch Gitarre, obwohl ich unmusikalisch bin.

 

Welchen Rat gibst du den Teilnehmern von 2010?

Lasst euch nicht einschüchtern, wenn ihr das Gefühl bekommt, niemand kann eure Texte nachvollziehen. Man merkt, ob etwas gut ist oder nicht, auch wenn man es nicht wirklich versteht oder man sich nicht in die Situation hineinversetzen kann. Wichtig ist, dass es euer eigener Text bleibt und ihr euch dort nicht verstellt. Wenn die Jury das nicht berücksichtigt oder es auch nicht kann, dann müsst ihr euch überlegen, ob ihr einen Preis wollt oder doch lieber einen Text, wo ihr dahinter steht.