Kultur | 16.08.2010

In einen geheimen Wald voller Geschichten

Text von Fatlume Halili | Bilder von PD
Passioniertes Klavierspiel und eine Stimme nicht von dieser Welt - am 12. August sang die Baslerin Anna Aaron auf dem Floss im Rhein. Viele Fans und Noch-nicht-Fans haben sich versammelt, um Annas wunderbar rauchiger Stimme zuzuhören und sich von ihr in eine andere Welt mitnehmen zu lassen.
Anna Aaron lebt für und in ihrer Musik. Sowohl am Mikrofon... ...als auch am Klavier.
Bild: PD

So voll wie am 12. August habe ich das Rheinufer während des Festivals selten erlebt: Obwohl ich fast eine Stunde vor Konzertbeginn ankomme, gelingt es mir beinahe nicht einen Sitzplatz zu finden. “Ich habe sie im Vorprogramm bei Sophie Hunger erlebt und bin gespannt, wie sie sich heute macht”, erzählt eine Frau mittleren Alters ihrem Begleiter. Etwas später höre ich, wie ein junger Mann dem Mädchen neben sich sagt, dass er extra aus Friedrichshafen angereist ist, um Anna Aaron live zu sehen. Das Rheinufer wird noch voller, die Leute werden unruhig. Gut, dass sich Anna Aaron in einer schwarzen Tracht und mit aufgemaltem Blitz auf der Wange pünktlich auf den Weg zur Bühne macht.

 

Einheizende Songs

Auf dem Floss angekommen, legen Anna Aaron und ihre Band bestehend aus Jérémie Duciel (Schlagzeug), Antoine Guenot (Gitarre/Bass) und ihrer Schwester Colette Meyer (Chor) gleich los. Gleich zu Anfang bringen sie das Publikum in Stimmung, indem sie Stücke aus Anna Aarons EP “I’ll dry your tears little murderer” spielen. Viele kennen die Songtexte und singen mit. Als Anna Aarons bekanntestes Lied “Mary Ruth” angestimmt wird, fängt das Publikum schon am Anfang an zu applaudieren. Auch auf neuere Werke wie “A Million Lights” reagiert das Publikum äusserst positiv.

 

Fesselnde Kraft

Meist sitzt Anna Aaron an ihrem Keyboard und untermalt ihre Performance mit Gesten: wilde Handbewegungen, Kopfschütteln, virtuoses Hin- und Herbewegen. Sie spielt leidenschaftlich Klavier und man hat den Eindruck, dass sie die Musik tief im Inneren wahr nimmt. Ihre reife, dunkle und aufwühlende Stimme führt in einen geheimen Wald, wo man ihren mystischen Geschichten zuhören möchte. Sie lässt sich von dem leiten, was sie fühlt.

 

Schöne Abrundung

Als Zugabe spielt Anna mit ihrer Schwester Colette ein trauriges Liebeslied. Eine schöne Abrundung für ein gelungenes Konzert. Und ich bin mir sicher, alle Erwartungen wurden erfüllt.